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Verbesserung der medizinischen Versorgung gefordert

17.04.2004 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung

Prof. Ursula Ravens sprach zur Eröffnung der 70. Frühjahrstagung der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft (DGK) in Mannheim

Für die Erprobung neuer Lern- und Lehrformen sowie eine verstärkte wissenschaftliche Ausbildung sprach sich Prof. Dr. Ursula Ravens (Dresden) bei ihrer Eröffnungsansprache zur 70. Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim aus. Als Tagungspräsidentin regte sie die rund 5000 bereits am ersten Tag anwesenden Teilnehmer dazu an, sich den Fragen der Kardiovaskulären Pharmakologie, dem Schwerpunktthema der Veranstaltung, kritisch zu stellen und über die vielen Konsequenzen hinsichtlich Verträglichkeit, Zumutbarkeit und Finanzierbarkeit nachzudenken.

Ravens verwies auf die Umstellung der Medizinausbildung in Dresden, die bereits vor in Kraft treten der neuen Approbationsordnung erfolgte. Dabei wurde ein Hybrid-Modell aus traditioneller Vorlesung, Tutorien zu POL (Problem orientiertes Lernen) sowie Praktika an Simulatoren oder direkt am Krankenbett eingeführt.

"Kernstück sind die Tutorien", sagte Ravens. "Eine kleine Gruppe von Studierenden trifft sich dreimal in der Woche für eineinhalb Stunden und arbeitet gemeinsam so genannte Papierfälle durch. Dabei wird sie von einem ausgebildeten Tutor betreut. Die Gruppe erhält einen realitätsnahen Fall in mehreren Fortsetzungen, den sie gemeinsam lösen soll. Das medizinische Problem wird analysiert und das weitere Vorgehen festgesetzt." Dabei würden auch Aufgaben innerhalb der Gruppe verteilt, die beim nächsten Zusammentreffen referiert und diskutiert würden. Ravens: "Die Studierenden sollen aktiv am Lernprozess beteiligt sein, die Rolle des Tutors besteht lediglich darin, dass er dafür sorgt, dass die Gruppe die zuvor als Lernziele festgesetzten Themen auch abarbeitet." Die pädagogischen Prinzipien hinter dieser Lernform, resümierte die Tagungspräsidentin, seien Motivation durch Lernen praxisnaher Belange, Förderung der Wiederabrufbarkeit des Gelernten durch Lernen im Zusammenhang, Förderung der Teamarbeit und Anregung zum Selbststudium. Wenn die neuen Ausbildungskonzepte aufgingen, hätten die Studenten am Ende ihres Studiums mehr praktische Fertigkeiten als früher, aber dennoch solide theoretische Grundlagen erworben.

Ravens sprach sich außerdem für eine stärkere Betonung der Wissenschaft in der medizinischen Ausbildung aus. "Im klinischen Alltag", betonte Ravens, "scheint wenig Zeit für die Forschung zu bleiben, aber die Ausbildung in wissenschaftlichen Methoden steht nicht in Konkurrenz zu klinischen Kernkompetenz, sondern erleichtert in den meisten Fällen den Erwerb derselben. Interessanterweise wird der Nutzen von Forschungsaktivitäten in der Weiterbildungszeit von Ehemaligen viel höher bewertet als von denjenigen, die sich direkt im Weiterbildungsprozess befinden."

Weitere Informationen zur Tagung unter: www@dgk.org
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