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Sammlung Frieder Burda - Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

26.07.2004 - (idw) Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

In Baden-Baden entsteht ein neues Kunstzentrum, das auf die Symnergien zwischen öffentlichem Auftrag und privatem Engagement für die Kunst setzt. Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und das neue Museum der Sammlung Frieder Burda, das am 22. Oktober 2004 eröffnet, werden in nachbarschaftlicher Verbundenheit künftig zusammenarbeiten. Symbol dafür ist die gläserne Brücke, die beide Gebäude miteinander verbindet. Aus Anlass der Einweihung des Museums werden ab dem 23. Oktober 2004 Werke aus der Sammlung Frieder Burda in einer großen Gemeinschaftsausstellung im Neubau und in der Kunsthalle präsentiert.
Mit der Sammlung Frieder Burda wird eine Kunstkollektion von Weltniveau in Baden-Baden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie umfasst mehr als 500 Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen des 20. und 21. Jahrhunderts zwischen Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst. Es finden sich darunter Gemälde des deutschen Expressionismus von Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff.
Mit teilweise umfangreichen Werkgruppen sind Pablo Picasso, Max Beckmann, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Georg Baselitz vertreten. Eine eigenständige Gruppe bilden die Werke der amerikanischen Abstrakten Expressionisten Mark Rothko, Jackson Pollock und Clifford Still.
Zugleich wird die baden-württembergische Kulturlandschaft durch eine architektonische Inkunabel bereichert. Frieder Burda konnte den New Yorker Stararchitekten Architekten Richard Meier gewinnen, der in Deutschland bereits durch Museumsbauten in Frankfurt, Ulm und Schwendi hervorgetreten ist. Das Gesamtvolumen der Baukosten umfasst 20 Mio. Euro und wird ausschließlich von der Stiftung Frieder Burda getragen. Entstanden ist ein Museumsbau mit ca. 1000 qm Ausstellungsfläche, einer charakteristischer Fassade und lichten, großzügigen Ausstellungsräumen, die immer wieder Ausblicke auf den Park gewähren. Richard Meier hat das neue Gebäude in einem behutsamen Dialog mit dem viel gelobten Kunsthallenbau von Hermann Billings von 1908 zu einem Ensemble ergänzt, das sich harmonisch in die Lichtentaler Allee einfügt - jene, die nahezu 350 Jahre alte, weltberühmte, städtebaulich sensible wie geschichtsträchtige Parkstraße Baden-Badens einfügt.

Das Land Baden-Württemberg hat sich für die Kooperation zwischen Staatlicher Kunsthalle und Sammlung Frieder Burda engagiert. In einem umfangreichen Umbau der Kunsthalle (Gesamtkosten: 2 Mio. Euro) wurde das Foyer der Kunsthalle erweitert, um den Übergang zum Gebäude von Richard Meier zu ermöglichen. So wurde auch Raum für ein Museumscafé geschaffen, das als zusätzliche Attraktion für beide Häuser nach außen wirken wird. "Öffentlicher Kulturauftrag und privates Engagement für die Kunst finden in Baden-Baden zu einer einzigartigen Kooperation zusammen", erklärte Kunststaatssekretär Michael Sieber. "Beide Partner werden auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten. Die Kunsthalle ist in der Kunstwelt der Gegenwart international vernetzt. Die Sammlung Frieder Burda umfasst bedeutende Kunstschätze von Weltgeltung. Herrmann Billing und Richard Meier sind mit hundert Jahren Abstand kongeniale Architekten. Hier entsteht ein überaus tragfähiges Modell für intensive Kulturarbeit in der Zukunft."

Die Häuser ergänzen sich ideal. Während die international vernetzte Staatliche Kunsthalle als Ausstellungshaus ohne eigene Sammlung in kürzerer Folge thematische und monografische Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst und Kultur präsentiert, gibt das Museum Sammlung Frieder Burda in längerfristigen Zyklen Einblick in die bedeutenden Bestände. So bleiben beide Institutionen selbständig.

Zugleich ist die neue Partnerschaft auf freiwillige Kooperation angelegt. Es ist beabsichtigt, einmal im Jahr in beiden Häusern eine gemeinsame Ausstellung durchzuführen. Zudem gibt es ein Kombi-Ticket und gemeinsame Auftritte in der Öffentlichkeit. Dem Publikum wird ein museal fundiertes, anregend wechselndes Spektrum zur Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kultur offeriert. Es ist ein Miteinander, das in Deutschland und Europa einzigartig ist und Modellcharakter haben kann.

So sind hier Grundlagen für ein lebendiges, weithin wirkendes Kulturzentrum gelegt, das einmal mehr von Baden-Baden aus Baden-Württemberg und Deutschland in den Blickpunkt des internationalen Kunstgeschehens rückt.

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