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Einsparungen bei der Rentenversicherung

30.04.1996 - (idw) Universität zu Köln

34/96

Einsparungen von 300 Mrd. DM bis zum Jahr 2010 bei der Rentenversicherung

Sicherung der Renten durch Beruecksichtigung der Bevoelkerungs- und Arbeitsmarktentwicklung moeglich

Zur Entschaerfung der finanziellen Probleme sowie zur Abschwaechung der zu erwartenden mittel- und langfristigen kraeftige Steigerung der Beitragssaetze der gesetzlichen Rentenversicherung ist am Seminar fuer Wirtschafts- und Sozialstatistik der Universitaet zu Koeln von Professor Dr. Eckart Bomsdorf eine Modifikation der Rentenformel vorgestellt worden, die aus der gegenwaertigen wirtschaftlichen und kuenftigen demographischen Entwicklung sich ergebende Belastungen dauerhaft auf mehrere Generationen verteilt. Ausgehend von der Annahme, dass die geltenden Renten Bestandsschutz geniessen sollen und die Anzahl der Beitragszahler bzw. der Leistungsempfaenger weitgehend vorgegeben ist, werden verschiedene Modelle entwickelt, die innerhalb eines Mehr-Phasen-Systems darauf abzielen, zukuenftige Rentenanpassungen in ihrer Hoehe nicht nur von der Entwicklung der Nettoeinkommen der Erwerbstaetigen sondern auch von der Situation auf dem Arbeitsmarkt abhaengig zu machen und gleichzeitig der zu erwartenden Veraenderung der Altersstruktur der Bevoelkerung Rechnung zu tragen. Diese Modelle sehen vor, dass die sich nach dem Rentenreformgesetz 1992 ergebende Rentensteigerung in doppelter Hinsicht wie folgt korrigiert wird: Die Rentensteigerung wird um eine die demographische Entwicklung unmittelbar beruecksichtigende Komponente gekuerzt. Die zweite Korrektur des urspruenglichen Erhoehungssatzes kann durch die - bisher ungenuegende - Erfassung der Situation auf dem Arbeitsmarkt erfolgen. Sobald die Arbeitslosenquote einen bestimmten Prozentsatz uebersteigt, wird die aktuelle sich nach der Rentenformel ergebende Rentensteigerung um einen von der Arbeitslosenquote des Vorjahres abhaengigen Prozentsatz gesenkt. Die Hoehe der Korrektur haengt von verschiedenen Modellparametern ab. Die Korrektur koennte beispielsweise dazu fuehren, dass die gesamte Rentenerhoehung statt 3 Prozent nur noch 2,5 Prozent betraegt. Trotz der aus diesen Modifikationen resultierenden schwaecheren Erhoehung der Renten laesst sich - wie Modellrechnungen zeigen - bei entsprechender wirtschaftlicher Entwicklung nicht nur ein nominaler sondern auch ein realer Zuwachs der Rentenhoehe aufrechterhalten und gleichzeitig die ohne diese AEnderung notwendige Erhoehung der Beitragssaetze annaehernd halbieren. Unter Umstaenden koennte die Rentenversicherung auf diese Weise auch ein groesseres finanzielles "Polster" von mehreren Monatsausgaben fuer die kritischen Jahre in der demographischen Entwicklung aufbauen. Je nach Wahl der Modellparameter wuerde der Umfang der Minderausgaben bereits im Jahr 2000 ein Volumen von 10 Mrd. DM erreichen, bis zum Jahr 2010 waeren durchaus Einsparungen in Hoehe von 300 Mrd. DM moeglich. Die Korrektur der Rentenformel ist nicht als Einzelmassnahme zu verstehen, sie kann und sollte von anderen Massnahmen, die zum Teil schon viel und auch kontrovers diskutiert werden, begleitet werden.

Fuer Rueckfragen steht Ihnen Professor Bomsdorf unter der Telefonnummer 0221 470 2982 zur Verfuegung.

UEber die Zusendung eines Belegexemplares wuerden wir uns freuen.

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