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2. Workshop zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Lausitz

04.07.2002 - (idw) Fachhochschule Lausitz

Finanzierungsengpässe sind lösbar. Das war am 2. Juli 2002 der Tenor des 2. Workshops zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung in der Lausitz. Dieser Workshop an der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg ist Teil des vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsprojektes "Regionale Entwicklung in der Lausitz - auf der Suche nach einem wirtschaftlichen Profil" unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schröder aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule. Sein konkreter Anlass waren zum einen die Sorgen von Unternehmen - vor allem in den neuen Bundesländern - über unzureichende Finanzierungsmöglichkeiten und zum anderen die Veränderungen auf den Finanzmärkten, die sich nachteilig für kleinere Unternehmen und periphere Regionen auswirken.

Die analytischen Grundlagen für die Diskussion lieferte der Beitrag von Prof. Dr. Uwe Christians von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin: "Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der Lausitz: Probleme, Zukunftstrends und Lösungsmöglichkeiten." Er verwies erstens auf die Informationsasymmetrien und die stark degressiven Informationskosten im Kreditgeschäft, die zur Vernachlässigung der KMU durch die großen Privatbanken führten. Zweitens benachteiligten die künftigen bankaufsichtlichen Vorschriften ("Basel II") gleichermaßen die KMU wie die Regionen mit überdurchschnittlicher Insolvenzhäufigkeit. Drittens werden die Sparkassen - als wichtigster Finanzierungspartner in der Region - zusätzlich durch den Wegfall der Gewährträgerhaftung belastet. Beiträge zur Lösung der Finanzierungsprobleme sieht Prof. Christians in vier Alternativen: in der Stärkung des Eigenkapitals, vor allem durch Beteiligungsgeber, in der zusammenfassenden Verbriefung von Unternehmenskrediten, in der Nutzung von Finanzierungssurrogaten und in einer gezielten Beratung der KMU.

Auch die Expertenrunde widmete sich ausschließlich den Finanzierungsfragen. Bestätigt wurden die Finanzierungshürden durch Dr. Werner Lehmann, Geschäftsführer der Firma attomol GmbH Molekulare Diagnostik in Lipten, eines aufstrebenden Biotechnologie-Unternehmens und Zentrums eines Biotech-Netzwerks. Michael Saß vom Ostdeutschen Bankenverband e.V. gab Hilfen und Tipps für Finanzierungserfolge, für den Umgang mit Banken und für Anpassungsreaktionen von KMU. Ein ausgearbeitetes Fondskonzept zur finanziellen Selbsthilfe der Region präsentierte Karl-Heinz Wenzel, Projektmanager (Wenzel Projektmanagement/ Task Force KMU) aus Spremberg.

Ein zweiter Themenbereich des Workshops widmete sich der aktuellen regionalökonomischen Theorie und der Brandenburgischen Regionalpolitik. Karl Brenke, Wissenschaftler beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin kritisierte das Vorherrschen des Verteilungsdenkens in der Regionalpolitik, das zu Lasten der Wachstumsförderung in den wirtschaftlich attraktiveren Regionen gehe. Prof. Schröder von der Fachhochschule Lausitz verwies in seinem Vortrag auf noch nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten für die Regionalpolitik, die in der "neuen ökonomischen Geographie", der "neuen Wachstumstheorie" und der Theorie wirtschaftlicher Netzwerke angelegt seien. Hier sei weitere Forschung erfolgversprechend.
Termin des abschließenden 3. Workshops des Forschungsprojektes ist der 26. September 2002.
Unter der nachstehenden Adresse finden sich zusammenfassende Informationen zu allen drei Workshops: "http://www.fh-lausitz.de/fhl/wirtschaftspolitik-lausitz"
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