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UN: Lage in Nordkorea alarmierend

12.09.1997 - (idw) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

VEREINTE NATIONEN: LAGE IN NORDKOREA ALARMIEREND - TROCKENHEIT UND TAIFUN VERSCHAERFEN KRISE

Rom, 12. September - Die Nahrungskrise in Nordkorea ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen "äusserst alarmierend". Das Land leidet seit zwei Jahren an Überschwemmungen und Missernten, die Situation hat sich in den vergangenen Wochen aufgrund von Trockenheit und wegen eines Taifuns weiter verschlechtert. "Diese katastrophalen Ereignisse werden die ohnehin schon schwierige Versorgung der Bevölkerung weiter stark belasten", hiess es in einem gemeinsamen Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) und des Welternährungsprogramms (WFP), der am Freitag in Rom veröffentlicht wurde.

Nordkorea werde daher stärker noch als bisher auf internationale Unterstützung mit Nahrungsmittelhilfe, Saatgut und Düngemitteln angewiesen sein. "Ohne diese Hilfe werden die Folgen der Krise für die Menschen schrecklich sein", warnte der FAO/WFP-Bericht.

Experten von FAO und WFP hatten Nordkorea vom 16.-26. August bereist. Sie berichteten nach ihrer Rückkehr, die Trockenheit habe einen grossen Teil der Nahrungspflanzen im ganzen Land stark geschädigt. Der Taifun "Winnie" habe im August zusätzlich grosse Schäden auf den Reisfeldern in den westlichen Küstengebieten angerichtet. Flutwellen hätten Deiche zerstört und Getreidefelder seien von Meerwasser überschwemmt worden.

Noch Anfang des Jahres habe es aufgrund einer etwas höheren Getreideproduktion Grund zu vorsichtigem Optimismus gegeben. "Die Ernährungssituation der kommenden Monate und des nächsten Jahres ist aber äusserst alarmierend", so die UN-Organisationen. Die Bevölkerung sei zunehmend geschwächt, dies gelte besonders für Frauen, Kinder und alte Menschen.

Selbst wenn es noch ausreichend regne, drohe Nordkorea 1,25 Millionen Tonnen Mais zu verlieren. Die Reisernte werde voraussichtlich um 342 000 Tonnen sinken, bei andauernder Trockenheit könnten es sogar 630 000 Tonnen weniger sein. Kommerzielle Importe würden angesichts der andauernden Wirtschaftskrise und des Devisenmangels immer schwieriger.

Das WFP hat zu Nahrungsmittelhilfelieferungen in Höhe von 333 200 Tonnen (144,1 Millionen Dollar) aufgerufen. Bis zum 1. September habe es Zusagen für 322 500 Tonnen gegeben (97 Prozent). Die Nahrung wird an 2,6 Millionen Kinder unter sechs Jahren, an rund 250 000 Bauern, Arbeiter und 850 000 Familienangehörige verteilt, die sich an Wiederaufarbeitungsarbeiten

beteiligen, sowie an rund eine Million Krankenhauspatienten.

Die Fähigkeit Nordkoreas, die eigene Bevölkerung mit Nahrung zu versorgen, werde von zwei Faktoren beeinträchtigt, so der UN-Bericht: Einmal von den zur Verfügung stehenden eigenen Ressourcen, um selbst Nahrung zu produzieren, sowie von den wirtschaftlichen Voraussetzungen, die notwendigen Produktionsbedingungen für die Landwirtschaft zu schaffen und Nahrungsimporte in Zeiten der Knappheit finanzieren zu können.

Die Ernährungssicherung in Nordkorea hänge in Zukunft gleichermassen von der Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage und der Steigerung der Agrarproduktion ab.

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