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Innovations-Balance

29.12.1997 - (idw) Institut Arbeit und Technik

Die "Innovations-Balance" - Neue Formen der Arbeitsorganisation muessen nicht nur Produktionsprozesse verbessern, sondern neue Produkte und Maerkte entwickeln, um Beschaeftigungswachstum zu foerdern. Institut Arbeit und Technik im European Work & Technology Consortium der Europaeischen Kommission

Immer mehr Unternehmen setzten auf neue Produktionskonzepte und neue Formen der Arbeitsorganisation, um ihre Wettbewerbsfaehigkeit zu verbessern - das aber oft auf Kosten der Beschaeftigung. Mit einer "Innovations-Balance", die nicht nur die Produktionsprozesse unter Kostengesichtspunkten verbessert, sondern gleichzeitig das Humankapital aktiviert fuer expansive Strategien und die Entwicklung neuer Produkte und Maerkte, koennten aber Arbeitsplaetze nicht nur erhalten, sondern auch neue geschaffen werden. Das ist der "europaeische Ansatz" des 1996 gegruendeten Work & Technology Consortium der Europaeischen Kommission, dem das Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) als Kooperationspartner von deutscher Seite angehoert.

Die Einfuehrung neuer Produktionssysteme kann Produktivitaetssteigerungen von 50 und mehr Prozent bringen, waehrend gleichzeitig Lager und Durchlaufzeiten um die Haelfte abgebaut werden koennen. Resultate einer Befragung von 6000 Unternehmen in zehn europaeischen Laendern zeigen, dass an Arbeitsstaetten mit verschiedenen Formen teilautonomer Gruppenarbeit zu 68 Prozent eine generelle Kostenreduktion erreicht wurde; eine Reduktion der Durchlaufzeiten wurde von 87 Prozent angegeben; 98 Prozent konnten ihre Produkt- oder Dienstleistungsqualitaet verbessern und 85 Prozent steigerten ihren Umsatz. Je staerker die oekonomischen Effekte der neuen Produktionskonzepte waren, desto eher wurde allerdings - als unmittelbarer Effekt dieses organisationalen Wandels - auch Beschaeftigung abgebaut.

Mittelfristig wurden diese unmittelbaren Effekte hoeherer Produktivitaet jedoch durch neue Formen der Arbeitsorganisation teilweise kompensiert: Innerhalb der letzten drei Jahre steigerte ein Drittel der Unternehmen mit neuen Formen der Arbeitsorganisation seine Beschaeftigungszahlen, etwa 40 Prozent hielten die Beschaeftigung stabil und etwa ein Viertel reduzierte die Beschaeftigtenzahl. Demgegenueber ist der Beschaeftigungsabau in Unternehmen, die ueberhaupt keine Aenderung vornahmen, nach wie vor hoeher.

Ursache fuer die stark unterschiedlichen Beschaeftigungseffekte neuer Arbeitsorganisation sind nach Auffassung des European Work & Technology Consortium die Innovationsstrategien der jeweiligen Unternehmen. Wer mit der Einfuehrung neuer Produktionskonzepte lediglich die Reduktion von Kosten, Lager- und Durchlaufzeiten anstrebt, baut in der Konsequenz Arbeitsplaetze ab, befindet sich auf der "low road of innovation". Wo hingegen der technologische Wandel mit dem sozialen Wandel des Arbeitsprozesses verbunden wird, ein Teil des Produktivitaetsgewinns in F&E und Qualifizierung des Humankapitals reinvestiert wird, koennen individuelle Kreativitaet und innovatives Potential fuer neue Produkte und Maerkte entwickelt werden, die "high road of innovation" ist eingeschlagen.

Das European Work & Technology Consortium mit 12 Forschungs- und Koordinationseinrichtungen aus 9 Laendern wurde 1995/96 von der Europaeischen Kommission gegruendet, um Forschung, Entwicklung und Verbreitung auf dem Feld der Arbeitsorganisation voranzutreiben. Die Forschungsarbeiten des Jahres 1997, zu denen jetzt die Abschlussberichte vorliegen bzw. vorbereitet werden, reichen vom Report ueber die Projektaktivitaeten des Consortiums ueber das zentrale Papier "Arbeits-Organisation, Wettbewerbsfaehigkeit und Beschaeftigung: der europaeische Ansatz" bis zu einer Vielzahl von Arbeitspapieren und Fallstudien.

Fuer weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfuegung: Dr. Peter Broedner Durchwahl: 1707-222 Ulrich Pekruhl Durchwahl: 1707-226 Pressereferentin Claudia Braczko


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