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MFH-Studenten im Reich der Mitte

21.11.1997 - (idw) Fachhochschule Südwestfalen

MFH-Studenten im "Reich der Mitte"

Zeremonie der Visitenkartenuebergabe kennengelernt

Erlebnisreiche Tage auf einem fremden Kontinent und in einer anderen Kultur liegen hinter den Teilnehmern der Chinaexkursion der Maerkischen Fachhochschule. Unter der Leitung von Prof. Dr. Gunther Bamler, der im Fachbereich Technische Betriebswirtschaft insbesondere fuer das Lehrgebiet Auslandsabsatz und -produktion zustaendig ist, waren 19 Studenten, eine Dozentin und ein Mitarbeiter zu einer 10-taegigen Reise ins "Reich der Mitte" aufgebrochen, um die Besonderheiten des chinesischen Marktes kennenzulernen.

Vor kurzem kehrten die angehenden Wirtschaftsingenieure zurueck und allesamt waren sich einig, dass sie faszinierende Eindruecke gewonnen und Besonderheiten erlebt hatten. Erste Station der Reise war Peking, wo zunaechst ein Besuch beim Aussenwirtschaftsministerium auf dem Programm stand. Ein ehemaliger Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Bonn erlaeuterte die neuen Zoll- und Wirtschaftsbeschluesse, die auf dem kuerzlich zurueckliegenden Parteitag gefasst worden waren. In der anschliessenden Fragestunde wurden zahlreiche wirtschaftliche Fragen eroertert. Mit einer drastischen Senkung der Zoelle fuer Importe bereitet sich China nach und nach auf den Beitritt zum Weltwirtschaftsmarkt vor.

In der Handelsfoerderstelle der Deutschen Botschaft ging es um das Thema Chancen und Schwierigkeiten deutscher Unternehmen, die in Asien erste Schritte auf dem dortigen Markt unternehmen. Kleinigkeiten koennen zum Erfolg oder Misserfolg einer Investition fuehren. Beispielsweise gehoert dazu die Zeremonie der Visitenkartenuebergabe, die unerfahrene Europaeer oft nicht kennen. Die Visitenkarte wird mit beiden Haenden ueberreicht und entgegengenommen. Haelt man sich nicht an eingefuehrte Traditionen, kann dies zum "Gesichtsverlust" und damit zum Ende der Geschaeftsbeziehungen fuehren.

Zweite Station der Exkursion war die 14-Millionen-Stadt Shanghai. In dieser aufstrebenden Stadt unterhaelt eine Tochtergesellschaft der Bayrischen Landesbank das "German Center". Von dem dortigen deutschen Leiter erfuhren die Studenten, wie Investitionsmoeglichkeiten genutzt werden koennen und welcher Umgang mit chinesischen Behoerden angebracht ist. Eine neue Sonderwirtschaftszone innerhalb Shanghais soll auch deutsche Unternehmen anlocken. Das German Center will dabei vor allen Dingen mittelstaendischen Firmen beim Markteintritt mit Rat und Tat behilflich sein.

Interessant war fuer die Gruppe auch der Besuch der Volkswagen AG in Shanghai. Zusammen mit einem chinesischem Partner hatte VW in den 80er Jahren einen Joint-Venture-Vertrag abgeschlossen und mit der Produktion von Fahrzeugen begonnen. Heute haelt VW 60% Marktanteil in China. Nach Besichtigung der Produktionsstaetten wurden im Gespraech mit dem dortigen Marketingleiter nicht nur wirtschaftliche Fragen eroertert, sondern es kamen auch persoenliche Hoehen und Tiefen, die einem waehrend eines mehrjaehrigen Auslandsaufenthalts widerfahren koennen, zur Sprache.

In Kanton, der dritten Station der Exkursion, stand neben dem Besuch der Messegesellschaft, der Besuch der Foshan University auf dem Programm. Die Foshan University ist Partneruniversitaet der Staffordshire University in England, die wiederum Partnerhochschule der Maerkischen Fachhochschule ist. Bei einem Workshop kamen die MFH-Studenten mit dortigen Studenten ins Gespraech und konnten so Erfahrungen aus erster Hand gewinnen. Ein Rundgang ueber das imposante Campusgelaende und die Fahrt auf den Fernsehturm von Foshan gaben einen Einblick in das Studentenleben der Millionenstadt Foshan. Hoehepunkt der Reise war der Empfang des Praesidenten des Aufsichtsrats der Universitaet, der gleichzeitig auch das Parlament des 6-Millionen-Einwohner-Bezirks Foshan anfuehrt. Beim anschliessenden Abendessen wurden den deutschen Besuchern chinesische Spezialitaeten serviert. Haifischflossensuppe, Seeigel und Schlange hatten die meisten zum ersten Mal auf dem Teller. An das Essen mit Staebchen hatte sich die Gruppe aber schon vorher gewoehnt.

Letzte Station der Reise war Hongkong. Das pulsierende Leben und das Wirtschaften der zigtausend Einzelhaendler, die Tag und Nacht ihre Geschaefte und Strassenlaeden oeffnen, zog alle in den Bann. Ein erstes Resuemee der Reise zogen die Teilnehmer beim Ausflug in die ruhigen Gebiete von Hongkong Island. Dabei waren sich alle einig, die Reise hat sich gelohnt und erste, praegende Erfahrungen mit den Besonderheiten des chinesischen Marktes konnten gewonnen werden. Sicherlich ein Vorteil, wenn es demnaechst fuer die Studenten auf Stellensuche geht.

Iserlohn, 21. November 1997


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