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Ultraschall-TÜV in der Kindermedizin

22.04.1998 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Pressemitteilung vom 22.04.1998 der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsklinikum

Bundesdeutsche Expertentagung beginnt am 24. April 1998 in Magdeburg

Der Ultraschall - "TÜV" in der Kindermedizin

Ultraschalldiagnostiker aus der Bundesrepublik und Österreich treffen sich am 24. und 25. April 1998 in Magdeburg zur jährlichen Ausbildertagung der Pädiatrischen Sektion der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). ,Bei den Teilnehmern handelt es sich um anerkannte Kinderärzte, -chirurgen und -radiologen mit der Berechtigung, Ärzte für die Ultraschalldiagnostik auszubilden", erklärt Privatdozent Dr. Ludwig von Rohden, leitender Oberarzt am Universitätsklinikum Magdeburg und Stellvertretender Vorsitzender der Sektion, ,sozusagen ein freiwilliger ´medizinischer TÜV` mit dem Ziel der Qualitätssicherung bei Ultraschalluntersuchungen."

Die Sonographie ist in vielen Fachgebieten, wie in der Geburtshilfe und in der Kinderheilkunde die am häufigsten angewendete Methode zur Darstellung des Körperinneren. Trotz der vielen Vorteile dieser kostengünstigen Methode, vor allem der fehlenden Strahlenbelastung, ist die Auswertung der Ultraschalldiagnose im wesentlichen Maße vom subjektiven Faktor, das heißt von der jeweiligen Bildbewertung des untersuchenden Arztes abhängig.

Seit einigen Jahren forscht eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe an der Otto-von-Guericke-Universität unter der Leitung von PD Dr. von Rohden mit der Zielstellung, Untersuchungsergebnisse von Sonographieaufnahmen zu objektivieren und damit vom Erfahrungswert des Arztes unabhängiger und nachvollziehbar zu machen. Die Wissenschaftler arbeiten an einer spezifischen Software, die eine computergestützte Mustererkennung ermöglicht. Bisherige Studienergebnisse am Beispiel der Skelettmuskulatur und des Hirngewebes Neu- und Frühgeborener werden in Magdeburg vorgestellt.

Der plötzliche Kindstod ist ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung. Jeden Tag erwachen in Deutschland zwei bis drei Babys im ersten Lebensjahr nicht aus dem Schlaf. Die Ursache ist nach wie vor rätselhaft. Man spricht dann vom ,Plötzlichen Kindstod". Professor Karl-Heinz Deeg aus Bamberg hat entsprechende Ultraschalluntersuchungen an Säuglingen ausgewertet und kommt zu der Auffassung, daß möglicherweise eine zu lange Atempause und der nachfolgende Herzstillstand zu diesem schrecklichen Ereignis führen könnte, wenn das Baby seinen Kopf beim Schlafen besonders stark aus der normalen Lage verdreht. Bei einer vorhandenen Verengung der sauerstoffzuführenden Hirnarterien könne es dadurch zu einer verminderten Durchblutung des Atemzentrums kommen. Über diese These werden die Wissenschaftler diskutieren. Professor Gerhard Jorch von der Universität Magdeburg, der den plötzlichen Kindstod ebenfalls erforscht, wird eine bundesweite Studie zu dieser Thematik anregen.

Beim dritten Hauptthema der Tagung stehen neue Erkenntnisse bei der Feststellung des Grades und der Ursachen für Hirnblutungen bei Früh- und Neugeborenen im Mittelpunkt. Infolge Sauerstoff-, und Nährstoffmangels treten solche Blutungen sehr häufig bei schwerstkranken Frühgeborenen auf.

Das DEGUM-Ausbildertreffen der Pädiatrischen Sektion beginnt am 24. April 1998, um 8.30 Uhr, im Hotel Upstalsboom Magdeburg, Ratswaageplatz.

Weitere Auskünfte erteilt gern:

Privatdozent Dr. Ludwig von Rohden, Tel. 0391/ 67 17071 (Klinik für Diagnostische Radiologie/ Universitätskinderklinik-Kinderradiologie). Das Tagungsbüro ist am 24. und 25.04.1998 unter Tel. 0391/5926-0 erreichbar.

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