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DCCV-Forschungsstipendium 1998 für PD. Dr. G. Schürmann

22.04.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

upm-Pressemitteilung der Universitaet Muenster 702/98 - 22. April 1998

Hoher Forschungspreis fuer PD Dr.Guido Schuermann

Beitrag zum Verstaendnis chronisch-entzuendlicher Darmerkrankungen

In Anerkennung seiner Forschungsansaetze zum besseren Verstaendnis chronisch-entzuendlicher Darmerkrankungen hat der muenstersche Mediziner Privatdozent Dr. Guido Schuermann den hoechstdotierten deutschen Forschungspreis auf diesem Gebiet der Medizin erhalten. Das von der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) vergebene Forschungsstipendium in Hoehe von 60.000 Mark wurde dem leitenden Oberarzt der Klinik fuer Allgemeine Chirurgie der Westfaelischen Wilhelms- Universitaet im Rahmen des diesjaehrigen Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft fuer Innere Medizin in Wiesbaden verliehen.

Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten haben Schuermann und seine Arbeitsgruppe Mechanismen untersucht, die bei der Entstehung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, den beiden bekannten chronisch-entzuendlichen Darmerkrankungen, eine Rolle spielen. Mit ihrem Forschungsansatz verfolgen sie insbesondere die Fragestellung, wie Entzuendungszellen in die Darmwand einwandern und dort die eigentlich krankmachende Entzuendung ausloesen. Die muensterschen Wissenschaftler benutzen dabei ein modernes Untersuchungsverfahren, naemlich das der Mikroskopie lebender Zellen mit Videoaufzeichnung, die sogenannte Intravitalmikroskopie, um Zellwanderungen bei lebenden Individuen messen zu koennen.

Nach Worten Schuermanns wuerde ein besseres Verstaendnis des Zustandekommens des entzuendlichen Zellinfiltrates in der Darmwand auch die Moeglichkeit bieten, hier mit Medikamenten gezielt anzugreifen. Damit sind mit diesem Forschungsansatz auch grosse Hoffnungen auf eine effektive Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verbunden.

Allein in Deutschland sind etwa 200.000 Menschen von diesen Erkrankungen betroffen. Sie treten vermehrt im dritten Lebensjahrzehnt auf, koennen aber auch wesentlich frueher und deutlich spaeter beginnen. Die Ursache von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist unbekannt. Beide Erkrankungen gehen mit laestigen Darmbeschwerden wie Blut- und Schleimabgaengen einher. Viele Patienten muessen mehrmals im Jahr langfristig stationaer behandelt werden, tragen einen kuenstlichen Darmausgang und sind in ihrem koerperlichen und psychischen Zustand beeintraechtigt. Die Behandlung erfolgt in Kooperation zwischen Internisten und Chirurgen ueberwiegend medikamentoes, bei der Mehrzahl der Patienten jedoch mindestens einmal im Leben auch operativ. Im Rahmen der mehr als 12.000 Mitglieder zaehlenden Patientenvereinigung DCCV e.V. koennen sich Menschen, die an chronisch-entzuendlichen Darmerkrankungen leiden, aktiv an der Erforschung dieser Erkrankungen beteiligen. Denn die Vereinigung unterhaelt eine eigene Stiftung und hat sich in den letzten Jahren zunehmend in der Forschungsfoerderung engagiert. Ein Beispiel ist das Forschungsstipendium 1998 fuer den muensterschen Mediziner Schuermann und seine Arbeitsgruppe, die neben zahlreichen Foerderungen durch die Universitaet und die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt mit dem Preis der DCCV eine wertvolle weitere Unterstuetzungen ihrer Forschungsarbeiten erfahren.

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