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Forschungsförderungsmodell des BMBF: Erfahrungsaustausch

08.04.1998 - (idw) Universitätsklinikum Tübingen

Die Rolle der Klinischen Forschung in einer sich neu konstituierenden Hochschullandschaft

Tagung der acht Interdisziplinären Zentren für Klinische Forschung Deutschlands in Tübingen

Neue Forschungsförderungsstruktur etabliert

Am 5. Mai 1998 treffen sich die vom Bundesministerium für Bildung, Wis- senschaft, Forschung und Technologie im Wettbewerb ausgesuchten acht Interdisziplinären Zentren für Klinische Forschung (IKFZ) Deutschlands zu einem Erfahrungsaustausch in Tübingen. Diese acht Hochschulstandorte er- halten aus Mitteln des Gesundheitsforschungsprogrammes des Bundes eine Anschubfinanzierung zur längerfristigen Einrichtung von Modellzentren für interdisziplinäre Forschung mit dem Ziel, die Bedingungen für klinische Forschung in den Hochschulen zu verbessern. An allen acht Standorten wurde inzwischen mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen (1995: Aa- chen, Köln und Leipzig; 1996: Würzburg, Tübingen, Münster, Ulm und Erlangen).

Leitthemen der Tagung sind u.a. die Anforderungen an die Wissenschaft auf ihrem Weg zu einer international kompetitiven klinischen Forschung, der Technologietransfer zwischen klinischer Forschung und Industrie sowie die Stärkung der klinischen Forschung in Deutschland (siehe beiliegendes Ta- gungsprogramm).

Neben dem - Aufbau effizienter Strukturen für die klinische Forschung auf fachübergrei- fender Ebene im Rahmen - hochschulspezifischer Forschungsprofile ist die - gezielte Förderung der medizinischen Nachwuchswissenschaftler und der - - Einsatz der Forschungsmittel nach Qualitätsgesichtspunkten ein Hauptan- liegen dieser neuen Forschungsförderungsstruktur. Ein wichtiger Grundgedanke bei der Einrichtung der Interdisziplinären Zen- tren für Kinische Forschung war es zusätzlich, mittels einer befristeten An- schubfinanzierung durch den Bund in den Kliniken Strukturen für Wissen- schaft und Forschung fortzuentwickeln, die nach Auslaufen der Fördermittel des Bundes nicht wieder aufgelöst werden, sondern aus eigener Kraft wei- terbestehen können. Dazu erhalten die acht IKFZ in den ersten drei Jahren einen ansteigenden Anteil an Mitteln vom BMBF. In den darauffolgenden fünf Jahren der Konsolidierungsphase sinkt der Bundesanteil (parallel steigt der Anteil aus Mitteln des Landeszuschusses der Fakultät), bis sich dann im neunten Jahr die IKFZs durch gezielte Zuweisung aus Mitteln des Landes- zuschusses für Forschung und Lehre selbst finanzieren müssen. Dies bedeu- tet z.B., daß ein IKFZ im Gegensatz zu den von der DFG eingerichteten Sonderforschungsbereichen nicht mit dem Ende der Drittmittelförderung aufgelöst wird.

Prof. Gregor, Sprecher des IKFZ Tübingen: "Im IKFZ wollen wir Grundla- genforschung und klinische Forschung stärker verzahnen, so daß eine wirk- liche interdisziplinäre Zusammenarbeit, einschließlich einer Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen, entstehen kann. Dabei orientieren wir uns an den wissenschaftlichen Schwerpunkten unseres Klinikums. Von be- sonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, daß wir Strukturen schaf- fen wollen, die es unseren Ärzten tatsächlich ermöglichen, neben ihren Auf- gaben in der Krankenversorgung klinische Forschung wahrzunehmen. Gleichzeitig wollen wir nicht-ärzlich tätige Wissenschaftler in die For- schung der Kliniken integrieren. Dabei ist die Entwicklung innovativer Ma- nagementstrukturen für die klinische Forschung im Rahmen des IKFZ von besonderer Bedeutung: dies sowohl für die Förderung von Nachwuchswis- senschaftlern in eine frühe Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, als auch für den flexiblen Einsatz der Ressourcen einschließlich einer leistungs- orientierten, wettbewerbsgesteuerten Mittelvergabe."

Ansprechpartner für nähere Informationen: Professor Dr. Michael Gregor, Sprecher des IKFZ Tübingen, Tel. 0 70 71 / 29-8 27 22

Vorankündigung Am 5. Mai findet zur Tagung eine Pressekonferenz mit Vertretern des BMBF, des Landes Baden-Württemberg sowie Vertretern der Klini- schen Forschungszentren statt.

PROGRAMM

Die Rolle der Klinischen Forschung in einer sich neu konstituierenden Hochschullandschaft

Tagung der Interdisziplinären Zentren für Klinische Forschung in Tübingen am 5. Mai 1998

Durchgeführt am IKFZ Tübingen Universitätsklinikum Tübingen Klinikum Schnarrenberg, B-04, Hörsaal 210

9.00 Uhr Professor Dr. D. Mecke Prorektor der Eberhard-Karls-Universität Tübingen Grußworte

Professor Dr. E. Zrenner Dekan der Medizinischen Fakultät Grußworte

9.10 Uhr Professor Dr. M. Gregor Sprecher des IKFZ Tübingen Begrüßung Funktion und Bedeutung der Interdisziplinären Zentren am Beispiel des IKFZ Tübingen

9.30 Uhr Vertreter des BMBF Stärkung der klinischen Forschung in Deutschland

9.50 Uhr Minister K. von Trotha, MdL Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Rechtliche Rahmenbedingungen und Wissenschaftsförderung für die klinische Forschung am Beispiel Baden-Württemberg

10.10 Uhr Professor Dr. C. Sorg Sprecher der Zentrensprecher Anforderungen der Wissenschaft für den Weg zu einer international kompetitiven klinischen Forschung

11.00 Uhr Professor Dr. J. Dichgans Senator der DFG Wie fördert man Forschung - strukturelle und psychologische Aspekte

11.20 Uhr Professor Dr. B.A. Schölkens Forschungsleiter der Hoechst Marion Roussel AG Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Hochschulmedizin und Pharmazeutischer Industrie

11.40 Uhr Professor Dr. Dr. H.P. Zenner Ehemaliger Sprecher IKFZ Tübingen Technologietransfer zwischen klinischer Forschung und Industrie

14.00 bis 17.00 Uhr Round Table Discussion The Future of Medical Research

How to improve medical research in a changing university environment? and How to evaluate the quality of medical research?

Chairman: Professor Dr. E. Zrenner IKFZ Tübingen

Participants:

- Dr. D. Evered BSc MD FRCP FIBiol Past Deputy Chief Executive Medical Research Council London

- Dr. B. Konze-Thomas Deutsche Forschungsgemeinschaft

- Dr. habil. S. Kuhlman Fraunhofer Institut Systemtechnik und Innovationsforschung Ltd MR Meinhold Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

- Sir D. Rees President of the European Science Foundation

- Professor Dr. G. Sandberger Kanzler der Universität Tübingen

- Professor Dr. P. Weingart Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Bielefeld

- Professor Dr. H. Wekerle Max-Planck-Gesellschaft, Stv. Vorsitzender der Biologisch-Medizinischen Sektion des Wissenschaftlichen Rates


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