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Neue Studie: Ausdauertraining in der Rehabilitation von Krebspatienten

17.11.1997 - (idw) Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Neue Studie: Ausdauertraining in der Rehabilitation von Krebspatienten am Universitaetsklinikum Benjamin Franklin

Mit einem neuen Ansatz in der Rehabilitation von Krebspatienten stellen Sportmediziner und Onkologen jetzt traditionelle Therapiekonzepte auf den Kopf. Die lange aufrecht erhaltene Regel, der chronischen Erschoepfung vieler Krebspatienten mit Schonung und Ruhe zu begegnen, hat durch neueste Studien an Glaubwuerdigkeit verloren. Das Ergebnis der Ruheempfehlung kann paradox sein: Die Patienten leiden unter verminderter koerperlicher Aktivitaet aufgrund rascher Erschoepfbarkeit und unter Abnahme ihrer Leistungsfaehigkeit durch Bewegungsmangel. Untersuchungen zeigen, daß nicht Ruhe, sondern vielmehr richtig dosierte Bewegung für Krebspatienten notwendig ist, um wieder leistungsfaehiger zu werden und das Wohlbefinden zu steigern. Patienten, die beispielsweise unmittelbar nach Abschluß der Chemotherapie an einem speziell entwickelten Trainingsprogramm teilnehmen, haben eine hoehere Leistungsfaehigkeit, einen besseren psychischen Zustand, aber auch eine schnellere Knochenmarkregeneration, weniger Schmerzen und weniger Infekte als nicht trainierende Patienten.

Die neue Studie "Ausdauertraining in der Rehabilitation von Krebspatienten" am Universitaetsklinikum Benjamin Franklin untersucht weltweit zum ersten Mal die Auswirkungen eines Ausdauertrainings bei Lymphom- und Leukaemiepatienten nach der Knochenmarktransplantation. An der Studie werden insgesamt rund 150 ambulante und stationaere Patienten teilnehmen. Das Training besteht aus Gehen auf einem Laufband nach einem Intervall-Trainings-Modell. Um eine optimale Anpassung zu ermoeglichen und gleichzeitig Ueberlastungen zu vermeiden, werden die Trainingsprogramme individuell aufgestellt und stetig an die Belastbarkeit der Patienten angepaßt. Die Studie soll Aufschluss ueber die mittelfristigen Wirkungen des Ausdauertrainings auf den psychischen Zustand, das Immunsystem, die Lebensqualitaet und Arbeitsfaehigkeit der Patienten bringen.

Die Untersuchung wird gemeinsam von der Medizinischen Klinik III fuer Haematologie, Onkologie und Transfusionsmedizin (Leiter: Prof. Dr. Eckhard Thiel) und der Sportmedizin (Leiter: Prof. Dr. Dieter Boening) des Universitaetsklinikums Benjamin Franklins durchgefuehrt. Die Charité und das Virchow-Klinikum haben ihre Teilnahme an der Studie ebenfalls zugesagt. Studienleiter und Betreuer der Patienten ist der Sportmediziner Dr. Fernando Dimeo vom Universitaetsklinikum Benjamin Franklin. Er hat bereits mehrere Studien zum Thema Ausdauertraining und Krebs durchgefuehrt.

Die Studie "Ausdauertraining in der Rehabilitation von Krebspatienten" am Universitaetsklinikum Benjamin Franklin wird vom Landessportbund und von der Berliner Krebsgesellschaft unterstuetzt. Eine Finanzierung des Ausdauertrainings für Krebspatienten - die Kosten belaufen sich auf ca. 700 Mark bei einem Sechs-Wochen-Programm - ist bei den Krankenkassen beantragt.

Weitere Informationen: Dr. Fernando Dimeo, Funktionsbereich Sportmedizin am Universitaetsklinikum Benjamin Franklin, Tel.: 818 12 575

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