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Wehrmedizin

14.11.1997 - (idw) Universität Ulm

Pm/Mp - 14.11.1997

Definitiv im Feldlazarett Neue chirurgische Fachsektion "Wehrmedizin" unter Ulmer Leitung

Die Deutsche Gesellschaft fuer Plastische und Wiederherstellungschirurgie hat im Rahmen ihrer 35. Jahrestagung vom 9. bis 11. Oktober 1997 in Berlin die Gruendung einer Sektion "Wehrmedizin" beschlossen - eine Antwort der Chirurgen auf die neuen, teilweise hochanspruchsvollen Aufgaben, mit denen sich der Sanitaetsdienst der Bundeswehr bei Auslandseinsaetzen deutscher Soldaten konfrontiert sieht. "Wenn in Deutschland 80 Millionen Menschen in Frieden leben, muss fuer die Soldaten, die die Interessen ihres Landes in Krisen- und Kriegsgebieten vertreten, eine optimale medizinische Versorgung gewaehrleistet sein", argumentieren die Gruender, die diesen humanitaeren Dienst aber auch auf Soldaten anderer UNO- und NATO-Mitgliedstaaten und Zivilisten aus den Einsatzgebieten ausgedehnt wissen wollen.

Wie die Erfahrung zeigt, ist das Spektrum der Anforderungen in Abhaengigkeit vom Einsatzort breit. Vor allem gefragt sind Einsatzchirurgen, die auch unter schwierigen organisatorischen, personellen, raeumlichen, technischen und klimatischen Bedingungen in der Lage sind, schwerste, nicht selten lebensbedrohliche Verletzungen durch Minen, Granaten oder Hochgeschwindigkeitsgeschosse zu versorgen. Bereits bei den Sofortmassnahmen gilt es die Moeglichkeit eines spaeteren plastisch rekonstruktiven Eingriffs einzukalkulieren, der dem Betroffenen bestmoegliche funktionelle Wiederherstellung gewaehrleisten soll.

Oftmals koennen Verletzte - zu denken ist hier insbesondere an UN-Soldaten aus Laendern der Dritten Welt oder verwundete Zivilisten aus der Krisenregion, namentlich die zahlreichen Landminenopfer - auch fuer die Durchfuehrung der an die Notversorgung anschliessenden chirurigschen Eingriffe nicht in klinische Zentren ihrer Heimatlaender verlegt werden. In diesen Faellen muss auch die definitive Versorgung im Feldlazarett erfolgen.

Die in solchen Situationen unabdingbaren speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten muessen den Einsatzchirurgen bei der Aus- und Weiterbildung vermittelt werden - eine Aufgabe, der sich die neu gegruendete chirurgische Fachsektion in erster Linie verpflichtet sieht. Neben eigenen Erfahrungen soll dabei auch Expertenwissen aus anderen Laendern aufgearbeitet und weitergegeben werden. Zum Leiter der Sektion Wehrmedizin waehlte die Gesellschaft den Ulmer Oberstarzt Prof. Dr. Heinz Maier, AErztlicher Direktor der HNO-Abteilung am Bundeswehrkrankenhaus, zu dessen Stellvertreter Prof. Dr. Lothar Kinzl, AErztlicher Direktor der Abteilung Unfall-, Extremitaeten-, plastische und Wiederherstellungschirurgie der Universitaet Ulm.

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