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25 Jahre FGZ

10.11.1997 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Pressemitteilung vom 08.11.1997 der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsklinikum

Das Frühgeborenenzentrum Magdeburg ist "erwachsen" geworden In 25 Jahren wurden im Frühgeborenenzentrum Magdeburg fast 15.000 kleine Patienten behandelt

Das Frühgeborenenzentrum des Zentrums für Kinderheilkunde Magdeburg ist 25 Jahre alt geworden. Am 14. November 1997 werden im Rahmen eines wissenschaftlichen Nachmittages im Hörsaal der Magdeburger Unikinderklinik in der Wiener Straße Ergebnisse der geleisteten Arbeit sowie neueste Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Fast 15.000 kleine Patienten sind in den 25 Jahren erfolgreich behandelt worden. ,Unser kleinster Patient war ein Frühgeborenes von 480 Gramm Geburtsgewicht", berichtet der leitende Oberarzt der Intensivstation, Dr. Stefan Avenarius.

Ein kurzer Rückblick: Im Jahre 1972 wurde von Professor Karl Nissler an der Kinderklinik der damaligen Medizinischen Akademie Magdeburg das Frühgeborenenzentrum eröffnet; damals die größte neonatologische Einrichtung ihrer Art in der DDR. Betreut wurden Frühgeborene und Risikogeborene mit beatmungspflichtigen und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen. ,Das Frühgeborenenzentrum hatte insgesamt 80 Betten, gegliedert in drei Stationen mit jeweils bis zu vier Intensivbehandlungsplätzen", erinnert sich Professor Wilhelm Thal, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinderheilkunde, der seit fast vierzig Jahren in der Hochschulkinderklinik als Arzt tätig ist. Ende der siebziger Jahre konnte eine zunehmende Regionalisierung der Risikoschwangerschaften in Magdeburg erreicht werden. Zeitweilig wurden bis zu 880 kleine Patienten pro Jahr im Frühgeborenenzentrum betreut. Eine enge Kooperation mit anderen Fachbereichen wie der Geburtshilfe, Kinderchirurgie, Neurochirurgie, Urologie, Orthopädie, Kieferchirurgie, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde verbesserte deutlich das Betreuungsspektrum der Patienten. ,Ein weiterer Schritt nach vorn war 1985 die Einrichtung des Abholdienstes von Risikoneugeborenen", so Dr. Stefan Avenarius. Bereits zwei Jahre später wurde dann die medizinische ,Rund um die Uhr" - Betreuung der Neugeborenen in den Kreißsälen der Frauenkliniken durch Neonatologen, also Kinderärzten mit einer Spezialausbildung für die Behandlung von Früh- und Neugeborenen eingeführt.

Im Jahre 1990 wurde die Kinderintensivstation durch Zusammenfassung der bisher räumlich getrennten Beatmungsplätze und der Einführung eines Schichtdienstsystems im ärztlichen Bereich gegründet. ,Wir verfügen derzeit über acht neonatologische und zwei pädiatrische Beatmungsplätze", informiert Dr. Avenarius über den aktuellen Stand und verweist in diesem Zusammenhang auf den Trend, daß zunehmend auch ältere Kinder mit lebensbedrohlichen Erkrankungen hier betreut werden. Den beeindruckenden technologischen Fortschritt in der Kinderintensivmedizin macht er daran deutlich, daß nicht selten bis zu zehn verschiedene Geräte zur Erhaltung und zur Überwachung der Lebensfunktion der kleinen Patienten eingesetzt werden. Neben dem technischen Know-how sehen die Ärzte und Schwestern des Frühgeborenenzentrums jedoch eine ganz wichtige Komponente ihrer Tätigkeit in der psychosozialen Betreuung der betroffenen Familien, die in den meisten Fällen unvorbereitet mit der Situation konfrontiert werden. Ihr Leitgedanke: ,Soviel Intensivmedizin wie unbedingt nötig und soviel sanfte Pflege wie möglich!" Seit fünf Jahren fördern sie das Konzept einer familienorientierten Betreuung der Früh- und Neugeborenen durch die sog. ,Sanfte Pflege". Großen Wert legen sie auf eine möglichst intensive und frühzeitige Einbeziehung der Eltern in den Genesungsprozeß der kleinen Patienten.

Mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit in der Intensivpflege und Nachbetreuung, ärztlichen Versorgung, psychologischen Betreuung und technischen Wartung tätig. ,Durch den hohen persönlichen Einsatz und die verbesserten technischen Möglichkeiten konnte hier die Sterblichkeit der Hochrisikoneugeborenen in 25 Jahren von 14,8 Prozent auf 5,3 Prozent reduziert werden", wertet Professor Wilhelm Thal als einen anerkennswerten Erfolg des Engagements der Mitarbeiter des Frühgeborenenzentrums Magdeburg.

Der Wissenschaftliche Nachmittag anläßlich des 25jährigen Bestehens des Frühgeborenenzentrums beginnt am Freitag, dem 14.11.1997, um 14.00 Uhr im Hörsaal des Zentrums für Kinderheilkunde Magdeburg, Wiener Straße.


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