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Die Herrschaft der Toten über die Lebenden

22.10.1996 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Die Herrschaft der Toten ueber die Lebenden

Rechtswissenschaftliche Tagung an Universitaet Jena

Es ist immer ein Bestreben des Menschen gewesen, sich ueber den Tod hinaus zu verwirklichen, auf diese Weise "Unsterblichkeit" zu erreichen. Dies kann durch Kompositionen, durch Buecher, durch Taten in der Geschichte erfolgen oder allein durch den Versuch, auf seine Nachkommen und andere Personen ueber den Tod hinaus Einfluss zu nehmen. Besonderes Bestreben liegt hier bei den Inhabern geschaeftlicher Unternehmungen. Sie moechten, dass ihre Arbeit in ihrem Sinne fortgefuehrt wird, oft in der berechtigten und ueberheblichen Annahme, dass ihre Nachkommen nicht genuegend befaehigt seien.

Fuer die Willensverwirklichung und Durchsetzung ueber den Tod hinaus bieten sich verschiedene Ansatzpunkte an: testamentarische Gestaltung, Vertraege mit der Verpflichtung Dritter zur Erfuellung auch nach dem Tod des Auftraggebers, Testamentsvollstreckung nach Weisung des Erblassers und Verhaltensanordnungen zu Lasten der Hinterbliebenen. Oder aber Gesellschaftsvertraege, bei denen zu Lebzeiten Regelungen aufgestellt werden, die auch nach Tod bzw. Ausscheiden eines Gesellschafters weiterhin Geltung haben sollen. Eine fast unbeschraenkte Moeglichkeit bietet die Errichtung einer Stiftung. Hier kann der Stifter in der von ihm zu Lebzeiten oder von Todes wegen angeordneten Satzung die Vorstandsmitglieder anweisen, nach bestimmten, nach seinen Regeln zu verfahren. Eingebettet ist der juristische Ansatz in die Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz und Notwendigkeit einer solchen "Herrschaft der Toten ueber die Lebenden" und damit eine Auseinandersetzung aus historischer, philosophischer und politologischer Sicht.

All diese Aspekte sollen in der wissenschaftlichen Tagung "Die Herrschaft der Toten ueber die Lebenden", die vom 30. Oktober bis 2. November an der Friedrich-Schiller-Universitaet Jena stattfindet, dargestellt werden - sowohl aus wissenschaftlicher wie auch aus praktischer Sicht. Damit bieten sich den Teilnehmern neue Aspekte fuer die Umsetzung derartiger Bestrebungen und zum Einsatz der behandelten Institutionen. Viele Bundeslaender novellieren bzw. schaffen z. Z. ihr Stiftungsrecht, so dass diese Aspekte auch in die Gesetzgebung Einfluss finden sollten. Die Tagung wird gemeinsam mit dem Foerderverein "Hue de Grais e.V." durchgefuehrt, der Wissenschaft und Forschung, insbesondere die rechtsgeschichtliche Forschung, unterstuetzt.

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