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RUB und Uni Essen - Kooperation zugunsten des Ruhrgebietes

28.04.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 28.04.1997 Nr. 82

Wenn's ums Ruhrgebiet geht ...

Wissenschaft kooperiert zum Wohl und Nutzen der Region

Vertrag zwischen RUB, Uni Essen und Stadt Essen geschlossen

Sie haben den Sozialraum Ruhrgebiet im Blick, untersuchen die Wirkung von Stadtteilprojekten und vergleichen Sozialhilfeleistungen und -belastungen der Staedte im Ruhrgebiet - nein, nicht einzeln, sondern gemeinsam. Die Rede ist von Wissenschaftlern der Universitaet-Gesamthochschule Essen und der Ruhr-Universitaet Bochum. In einem heute im Rathaus der Stadt Essen unterzeichneten Kooperationsvertrag vereinbarten die Rektoren der Universitaeten Bochum, Prof. Dr. Manfred Bormann, und Essen, Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Rohe, sowie der Oberstadtdirektor der Stadt Essen, Hermann Hartwich, die begonnene Kooperation, den ,Informations- und Wissenstransfer" zu verstaerken und gemeinsam ,Forschungsthemen aus den Strukturproblemen der Region" zu formulieren und zu bearbeiten.

Ausgangspunkt eines ,Ruhrgebietnetzes"

Der Vertrag, der auch von Prof. Dr. Werner Springer (Institut fuer Stadtteilbezogene Soziale Arbeit und Beratung der Universitaet Essen, ISSAB) und Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier (Zentrum fuer interdisziplinaere Ruhrgebietsforschung der Ruhr-Universitaet Bochum, ZEFIR) unterzeichnet wurde, soll zum Ausgangspunkt eines Netzwerkes von Staedten und Universitaeten des Ruhrgebietes werden.

Armut, Jugend und Landtagswahl

Bereits seit einigen Jahren kooperieren das ISSAB und das ZEFIR. So erforschen z.B. auf Initiative der Stadt Essen Wissenschaftler der RUB Armutsstrukturen in den Staedten Essen, Muelheim und Oberhausen. Ausserdem analysierten ISSAB- und RUB-Wissenschaftler strukturelle Veraenderungen in lokalen Problem-Jugendmilieus, insbesondere wie im Jugendhilfebereich vorhandene Infrastrukturangebote genutzt werden; die Veroeffentlichung dieser Untersuchungsergebnisse soll im Rahmen des Kooperationsvertrags erfolgen. Weitere Projekte handeln von der Wirkung von Stadtteilprojekten, vom Grad der innerstaedtischen Mobilititaet, oder von sozialraeumlichen Analysen der Wahlbeteiligung in Essen, am Beispiel der Landtagswahl 1995.

Daten ,unbuerokratischer" austauschen

Vorrangige Ziele des heute geschlossenen Vertrags sind die ,Verbesserung der systematischen Analyse staedtischer, regionaler und sozialer Entwicklungsprozesse", um die integrierte Stadtplanung und Stadtentwicklungspolitik weiterzuentwickeln, und die ,Verstaerkung der regionalen Orientierung und Praxisorientierung von Lehre und Forschung durch Kooperation der Stadt und den Hochschulen". Ausserdem wollen die Beteiligten den gegenseitigen Zugang zu Daten, Forschungsergebnissen und deren Umsetzung in der kommunalen Praxis verbessern.

Kooperationsausschuss koordiniert Zusammenarbeit

Im einzelnen regelt der Vertrag die Durchfuehrung kleinraeumiger Sozialstruktur- und Sozialraumanalysen, die interkommunale Beobachtung und Analyse des sozio-oekonomischen Wandels, des Wandels sozialer Netzwerke, Milieus und Lebensformen im Ruhrgebiet, die Analyse der Arbeitsmarkt- und Beschaeftigungsentwicklung, der Armutsentwicklung und sozialen Ungleichheit, die Beratung von politischen und administrativen Instanzen usw. Ein Kooperationsausschuss aus Vertretern der drei beteiligten Institutionen wird die Arbeit koordinieren und dabei die grundlegende Entwicklung der Kooperation und der Einzelprojekte beraten.

Weitere Infomationen: Ruhr-Universitaet Bochum, Zentrum fuer interdisziplinaere Ruhrgebietsforschung (ZEFIR), Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier, Tel. 0234/700-3706 oder -5413 bzw. Universitaet - Gesamthochschule - Essen, Institut fuer Stadtteilbezogene Soziale Arbeit und Beratung (ISSAB), Prof. Dr. Werner Springer, Tel. 0201/183-2790.


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