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Leuchtturmprojekt am Geographischen Institut

27.05.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 27.05.1997 Nr.101

,GLIMMER": Studium mit Baukastensystem

Reformideen auch über die RUB hinaus

Leuchtturmprojekt am Geographischen Institut

Für Lehrveranstaltungen und das Eigenstudium: Im Zuge von GLIMMER, dem Leuchtturmprojekt am Geographischen Institut der RUB, wurden und werden seit dem Wintersemester 1995/96 Lehr-/Lerneinheiten für verschiedene Bereiche einer anwendungsorientierten Humangeographie entwickelt. Unter Leitung von Prof. Dr. Heiner Dürr (Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie) entstand ein Baukastensystem, dessen einzelne Bestandteile - Bausteine, Module und Lehr-/Lerneinheiten - kombinierbar sind und sich zielorientiert in unterschiedlichen Bereichen eines komplexen Studienfachs einsetzen lassen. Neben dieser inhaltlichen und organisatorischen Neustrukturierung des Grundstudiums haben sich die am Projekt beteiligten Lehrenden zum Ziel gesetzt, Studienreformansätze inner- wie außerhalb der RUB zu diskutieren und zu verbreiten. Zu diesem Zweck initiiert GLIMMER institutsinterne Tagungen sowie Arbeitskreise und veranstaltet bundesweite Fachtagungen.

Gesellschaftlicher Hintergrund

Der Wandel in Wissenschaft und Gesellschaft stellt die Hochschullehre der Geographie vor neue Herausforderungen. Erwartet werden zusätzlich zu rein fachlichen Kenntnissen die Vermittlung gesellschaftsrelevanter Schlüsselqualifikationen und eine stärker anwendungsorientierte Ausbildung. Gleichzeitig verlangt die Politik ein schnelleres und kostengünstigeres Studium. Die Hochschulen sehen sich überdies einem veränderten Bildungsverhalten der Studierenden gegenüber. Vor diesem Hintergrund bemüht sich das Geographische Institut der RUB seit längerem um eine Reform der Studiengänge Diplom und Lehramt. Zahlreiche Reformansätze, beispielsweise eine neue Diplomprüfungsordnung, ein Tutorenprogramm für das erste Studienjahr oder die Bündelung von Einzelveranstaltungen zu Studiensträngen, die ein inhaltlich und zeitlich effektiveres Studium ermöglichen, wurden am Institut bereits in die Tat umgesetzt.

Dreifach kompetent für bessere Berufsfähigkeit

Das Leuchtturmprojekt GLIMMER (der Name steht für die Leitprinzipien Geographische Grundperspektive, Lernzielorientierung, Interdisziplinarität und Internationalität, Multiperspektivität und Modularität, Methoden-, Fach- und Sozialkompetenz, Eigenstudium, Reflexivität von Forschung und Lehre) bemüht sich um eine Verbesserung der Berufsfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen. Entscheidend ist hierbei die Verbindung der Qualifikationsdimensionen Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz. Diese Anforderung soll durch die entwickelten und noch entstehenden Lehr-/Lerneinheiten erfüllt werden. Die Lehr-/Lerneinheiten des Baukastensystems integrieren fachliche, metatheoretische, hochschulpolitische, wissenssoziologische und andere Aspekte. Sie sind sowohl für Lehrveranstaltungen am Institut als auch für das Eigenstudium konzipiert. Konkret liegen diese Einheiten, zum Teil noch im Planungsstadium, für Themen wie ,Urban Riots in Los Angeles", ,Mezzogiorno", ,Regenerative Energien" oder ,Monitoring und Evaluation von Entwicklungshilfe-Projekten" vor.

Reformideen: Die Diskussion nach außen tragen

GLIMMER versucht, die Diskussion über Ziele und Inhalte des Geographiestudiums auch außerhalb der RUB anzuregen, um so Innovationen zu größerer Verbreitung zu verhelfen. Zu diesem Zweck präsentiert sich das Leuchtturmprojekt, wie auch sieben weitere der RUB, am 04. Juni 1997 auf der Projektmesse NRW (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) einer breiten Öffentlichkeit. Außerdem wird das Geographische Institut der RUB in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Hochschullehre des Verbandes der Geographen an Deutschen Hochschulen (VDGH) am 20. und 21. Juni 1997 eine bundesweit offene Tagung zur Hochschuldidaktik der Geographie durchführen.

Laufzeit des Projekts

GLIMMER zählt im Rahmen des Aktionsprogramms ,Qualität der Lehre" zu innovativen Studienreformprojekten von überregionaler Bedeutung, die durch das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW gefördert werden. Das Leuchtturmprojekt läuft seit dem Wintersemester 1995/96 bis zum Ende dieses Sommersemesters (30.09.1997). Eine Verlängerung beabsichtigt, um weiterhin Reformansätze in der Lehre umsetzen zu können.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Heiner Dürr, Geographisches Institut der RUB, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie, NA 7/164, Tel.: 0234/3433, Fax: 0234/7094-484, e-mail: heiner.duerr@rz.ruhr-uni-bochum.de


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