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Massgefertigte Brillengläser aus der Fabrik

07.03.1997 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Mediendienst 3 - 1997

Thema 4

Massgefertigte Brillenglaeser aus der Fabrik

Jedes Brillenglas muss vom Optiker auf das spezielle Gestell zugeschliffen werden. Dafuer benoetigt er viel Geduld und Fingerspitzengefuehl. Ein neues Messverfahren ermoeglicht die passgenaue Fertigung der Glaeser direkt beim Hersteller.

Ob jung oder alt, ob kurz- oder weitsichtig, ob Designer- oder Kassengestell, eine Brille ist immer massgeschneidert, denn in das Gestell muessen die individuellen Glaeser. Bisher wird diese knifflige Aufgabe vom Optiker bewaeltigt. Er vermisst und schleift jedes einzelne Glas. Das erfordert viel Zeit, verursacht hohe Kosten und belastet die Umwelt. Denn fuer das Einschleifen eines Glases werden circa 10 Liter Kuehlwasser benoetigt. Die Schleifabwaesser enthalten Schwermetalle, die aufwendig entsorgt werden muessen. Besser waere es, die Glaeser gleich beim Hersteller mit dem individuellen Schliff zu versehen, denn dieser verfuegt ueber eine Fertigungsanlage, die das Kuehlwasser in einem Kreislauf haelt und die schwermetallhaltigen Abfaelle herausfiltert, trocknet und entsorgt. Wie aber weiss der Hersteller, fuer welches Gestell und welche Sehstaerke er die jeweiligen Glaeser schleifen muss? Wie koennen die Messungen so exakt sein, dass der Optiker nicht mehr nachschleifen muss? Forscher am Fraunhofer-Institut fuer Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg erarbeiteten ein beruehrungsloses optisches Messsystem, mit dem die Kontur der Brillenglaeser exakt vermessen wird. Grundlage ist das Lichtschnittverfahren, bei dem durch einen schmalen Spalt Licht auf eine Oberflaeche projiziert wird. Die verschiedenen Rauhigkeiten der jeweiligen Oberflaechen - Metall oder Kunststoff - bewirken unterschiedliche Reflexionen. Um den komplexen Anforderungen gerecht zu werden - Erfassen und Messen der Konturen eines beliebigen Gestells -, wurden spezielle Bildverarbeitungs-Algorithmen entwickelt. Mit Hilfe von CCD-Kamera, Laser, Prismen und Drehtisch wird jedes einzelne Brillengestell vermessen. Die ermittelten Werte ergeben die Grundlage fuer ein dreidimensionales Modell, das die Facettenform perfekt wiedergibt. Mit dieser Messvorrichtung koennten Optiker kuenftig ihre Schleifmaschine sparen. Er muesste nur die Messdaten an den Glaeserhersteller weiterleiten, der die Glaeser dann passgenau fuer das jeweilige Gestell einschleift. Zurueck kommen die fertigen Brillenglaeser.

Fuer Optiker und Kunden im Laden wuerde das Zeit sparen. Die Brille waere schneller fertig, die Gefahr der beim Schleifen zerbrochenen Glaeser geringer. Der Optiker haette mehr Zeit fuer den Service am Kunden.

Ihre Ansprechpartner fuer weitere Informationen: Dirk Berndt, Christian Steinmann Telefon 03 91/40 90-2 24 oder -2 23, Telefax 03 91/40 90-3 45 Fraunhofer-Institut fuer Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Elbstrasse 3-5, D-39104 Magdeburg email: berndt@iff.fhg.de oder steinmann@iff.fhg.de

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