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Glasgravur: Jeder Schuss ein Bildpunkt

04.09.1997 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Mediendienst 9 - 1997

Thema 1: Glasgravur: Jeder Schuss ein Bildpunkt Millimetergenau und ohne die Umwelt zu belasten, koennen mit Hilfe von Lasern filigrane Bilder in Bleikristallglas eingraviert werden. Jeder Laserschuss erzeugt Microrisse, die als heller Punkt zu sehen sind. So entsteht Punkt fuer Punkt die Gravur.

Glasschleifen und Sandstrahlverfahren sind die traditionellen Technologien, um wertvolles Bleikristallglas zu veredeln. Allerdingshaben diese Verfahren einige Nachteile: Die Gravur ist sehr arbeitsaufwendig und belastet die Umwelt. Schleif-, Polier- und AEtzrueckstaende muessen aufwendig entsorgt werden. Zudem kann mit den konventionellen Verfahren nur die Glasoberflaeche verziert werden. Das Fraunhofer-Institut fuer Werkstoff- und Strahltechnik IWS hat nun gemeinsam mit der Peill-Kristall Baerenhuette GmbH Weisswasser eine Lasertechnologie entwickelt, mit der Bleikristall-Glaeser bis zu mehreren Zentimetern unter der Oberflaeche bearbeitet werden koennen. Diese Technologie eroeffnet voellig neue Gestaltungsmoeglichkeiten: Sogar zwei- und dreidimensionale Bilder koennen eingraviert werden. "Mit dem Laser werden im Inneren des Glases Microrisse erzeugt. Diese lenken das einfallende Licht ab und sind als heller Punkt erkennbar", erlaeutert Dr. Andreas Lenk vom Fraunhofer IWS das Verfahren. Je nach Anordnung dieser Punkte entsteht dann ein kleines Bild, ein filigraner Namenszug oder eine raeumliche Struktur. Fuer die Gravur setzen die Wissenschaftler einen speziellen Nd:YLF-Laser ein. Dieses Geraet arbeitet mit einer fuer Laser dieser Klasse untypischen hohen Pulsfolge von 500 Hertz bei Pulslaengen im Nanosekundenbereich. Dadurch koennen je Sekunde 500 Bildpunkte erzeugt werden. Damit der leistungsfaehige Laser auch optimal ausgenutzt werden kann, haben die Fraunhofer-Forscher eine verbesserte Verfahrenstechnik entwickelt: Der Laserstrahl steuert innerhalb der Pause zwischen den Pulsen (2ms) die neue Position fuer den naechsten Bildpunkt an. Sobald die Sollposition erreicht ist, wird noch waehrend der Bewegung der naechste Laserpuls abgegeben Das verkuerzt die Bearbeitungszeit enorm. Um etwa die Weltkugel einzugravieren, werden nur drei Minuten benoetigt. Die neue Technik kann aber auch fuer ganz andere Anwendungsgebiete eingesetzt werden. So koennten mit dem Laser faelschungs-sichere Seriennummern eingraviert oder Brillenglaeser mit Artikelnummern versehen werden.

Ihr Ansprechpartner fuer weitere Informationen: Dr. Andreas Lenk Telefon 03 51/25 83-2 52, Telefax 03 51/25 83-3 00 Fraunhofer-Institut fuer Werkstoff- und Strahltechnik IWS Winterbergstrasse 28, D-01277 Dresden email: lenk@iws.fhg.de

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