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Neue RKI-Schrift zur Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie

25.05.1998 - (idw) Robert Koch-Institut

Die neue RKI-Schrift gibt Empfehlungen zur Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie. Im Vordergrund stehen methodische Aspekte, die besonderts die standardisierte Erfassung soziodemographischer Merkmale sowie deren Operationalisierung und Vergleichbarkeit behandeln.

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Neue RKI-Schrift zur Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie

Kann es sein, daß ein erhöhtes Leukämierisiko in der Nähe von Kernkraftwerken auf die Spezifik der in der Umgebung wohnenden Population zurückzuführen ist? Haben Anwohner von belebten Hauptverkehrsstraßen tatsächlich durch Straßenlärm ein erhöhtes Herzinfarktrisiko? Kann Radon in Innenräumen in Kleinstädten ein höheres Lungenkrebsrisiko zur Folge haben als in einer Großstadt? Spätestens bei der öffentlichen Diskussion der epidemiologischen Risikobewertungen dieser Fragen werden die epidemiologisch arbeitenden Wissenschaftler hierzu mit weitergehenden, den Einfluß von Faktoren wie Sozialschichtzugehörigkeit, sozialer Status oder Bildungsniveau betreffenden Fragestellungen konfrontiert. Das soeben in der Reihe RKI-Schriften erschienene, von W. Ahrens, B.-M. Bellach und K.-H. Jöckel herausgegebene Werk "Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie" (RKI-Schrift 1/98, MMV Medizin Verlag München, 56,-- DM) unterstreicht vor allem die Wichtigkeit der Berücksichtigung soziodemographischer Aspekte bei der Erhebung epidemiologischer Daten.

Die Arbeitsgruppe "Epidemiologische Methoden" in der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie veranstaltete 1997 einen Workshop am Robert Koch-Institut, als dessen Ergebnis die Empfehlungen zur Messung soziodemographischer Merkmale in der Epidemiologie jetzt mit dieser RKI-Schrift vorgelegt werden. Im Vordergrund der veröffentlichten Beiträge stehen methodische Aspekte, die besonders die standardisierte Erfassung soziodemographischer Merkmale sowie deren Operationalisierung und Vergleichbarkeit behandeln.

Dahinter steht jedoch das seit langem vorhandene Wissen, daß soziale, ökonomische und kulturelle Determinanten genauso Einfluß auf die Gesundheit von Bevölkerungsgruppen haben wie der persönliche Lebensstil und Umweltfaktoren. Die in diesem Heft vorgestellten Anwendungsbeispiele unterstreichen die Rolle der Epidemiologie als Basiswissenschaft von Public Health.

Da die Empfehlungen von den einschlägigen deutschen Fachgesellschaften mitgetragen werden, ist eine breite Anwendung in der bundesrepublikanischen Epidemiologie zu erwarten.


+++ Ende RKI-P +++

Presserechtlich verantwortlich: Edgar Muschketat

Herausgeber:
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel: 030/4547 2286
E-Mail: presse@rki.de
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