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Reform des Mathe-Unterrichts

26.05.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Im internationalen Vergleich schneidet der deutsche Mathematik-Unterricht schlecht ab: Die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik bleiben nach einer vor kurzem veröffentlichten Studie deutlich hinter den Ergebnissen in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern zurück. Einen wichtigen Beitrag zur notwendigen Reform des Mathematikunterrichts leistet die Westfälische Wilhelms-Universität mit dem Projekt "Teachers Teaching with Technology", das im Mittelpunkt einer Tagung vom 2. bis 5. Juni in Münster steht.

Die zunehmende Leistungsfähigkeit der Computer ermöglicht bessere grafische Darstellungen und kleinere Bauweisen. Dies wird für Computeralgebrasysteme (CAS) genutzt, die numerisches und symbolisches Rechnen sowie grafische Darstellungen mathematischer Funktionen auf Knopfdruck ermöglichen. Auch inhaltlich ergeben sich durch den Einsatz von Computeralgebra im Schulunterricht neue Möglichkeiten für alle Schulformen ab der Mittelstufe zu einem mehr anwendungsbezogenen Mathematik-Unterricht, der auch fächerübergreifend gestaltet werden kann.

Das an Schulen am meisten verbreitete Computeralgebrasystem ist "Derive". Seit 1996 gibt es einen grafikfähigen Taschenrechner (TI 92 von Texas Instruments), auf dem eine modifizierte Version des Programms "Derive" installiert ist. Dieser Taschenrechner macht den Unterricht mit Computeralgebrasystemen unabhängig vom Computerraum der Schule und kann zu Hause und bei Klassenarbeiten eingesetzt werden. Im Ausland erkannte man die neuen Möglichkeiten schon vor einigen Jahren: An der Ohio State University in Columbus/USA wurde das Projekt "Teachers Teaching with Technology" gegründet. Die Zentrale Koordination Lehrerausbildung (ZKL) der Universität Münster hat die Koordination des internationalen Projektes für die deutschsprachigen Länder in Europa übernommen.

Im Rahmen der Tagung Anfang Juni im münsterschen Fürstenberghaus und im Gebäude des Fachbereichs Mathematik und Informatik an der Einsteinstraße werden über 200 Lehrer und Referendare aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden in das Arbeiten und Unterrichten mit dem TI-92 eingeführt. Die Veranstaltung dient aber auch dem Austausch von bereits vorliegenden Unterrichtserfahrungen und der Vermittlung von praktizierten Konzepten in den am Projekt beteiligten Schulen.

Zur Tagung gehört auch eine öffentliche Präsentation und Demonstration zum aktuellen Thema "Powerline Communication - Datenaustausch über die Stromleitung". Alma Schurig von der Firma "intelogis" stellt am Mittwoch, 3. Juni 1998, um 19 Uhr im Hörsaal M2 des Fachbereichs Mathematik und Informatik der Universität Münster an der Einsteinstraße 62 das Produkt "Passport" vor. Diese Technologie ist besonders für Schulen interessant, weil ohne großen technischen Aufwand eine große Zahl von Klassenräumen zu überschaubaren Kosten flexibel und ohne Verkabelung vernetzt werden kann.
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