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Der erste denkende E-Mail-Postbote

02.06.1998 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Der erste denkende E-Mail-Postbote
Kosteneinsparung: Chemnitzer Unibibliothek infomiert Leser nun übers Internet

Tag für Tag versendet die Chemnitzer Universitätsbibliothek mehr als 200 Briefe an ihre Leser. Diese Flut von Nachrichten zu drucken, maschinell zu falten und schließlich in Briefumschläge einzutüten, beschäftigt nicht selten zwei Mitarbeiterinnen bis zu zweieinhalb Vormittagsstunden täglich. Die Briefe enthalten Botschaften wie "Das von Ihnen vorbestellte Buch ist jetzt da!" oder aber "Sie haben die Leihfrist überschritten!". Beim "Jahresausleih-Millionär Unibibliothek" kamen da in der Vergangenheit schnell Portogebühren von über 50.000 Mark pro Jahr zusammen, die in der Regel vom Leser erstattet werden mußten, sagt Bibliotheksdirektor Hans-Joachim Hermes. "Und ähnlich ist die Situation an den Bibliotheken in ganz Deutschland", weiß Hermes aus zahlreichen Gesprächen.

Wilfried Schrocko, ehemaliger Mitarbeiter der Chemnitzer Unibibliothek, entwickelte deshalb ein neues Computerprogramm - den "E-Mail-Dispatcher". Die Mitteilungen des Ausleihcomputers in der Bibliothek setzt das Programm erstmalig morgens um 7 Uhr in die erforderliche Anzahl von elektronischen Briefen (E-Mails) um, die sofort über das Internet an die Empfänger abgehen. Kommt die Nachricht nicht an, wiederholt das Programm die Aussendungen noch zweimal. Ist der letzte Aussendeversuch auch erfolglos, veranlaßt das Programm einen Briefausdruck, so daß die Benachrichtigung der Kundschaft - wie früher auch - über die gelbe Post erfolgt.

Positive Effekte zeigen sich bereits in der Einführungsphase: Die für das Falten und Eintüten der Briefe nötige Arbeitszeit wurde bereits reduziert, ebenso die Menge an Briefpapier. Selbst die Drucktechnik wird nun weniger beansprucht. Auch die Studenten haben die Vorteile schnell erkannt. Allein innerhalb der ersten Woche haben sich insgesamt 130 Nutzer mit ihren E-Mail-Adressen dem neuen Service angeschlossen. Tendenz steigend! "Da inzwischen 75 Prozent aller Chemnitzer TU-Studenten über eine eigene E-Mail-Adresse verfügen, werden es sicher schnell mehr, die den neuen Service der Universitätsbibliothek nutzen", meint Hermes.

Nutzer der ersten Stunde waren der Student Frank Goehring von der Philosophischen Fakultät und der Mittweidaer Professor Egbert Lindner: "Eine tolle Sache", so Goehring anerkennend. "Vor allem das Porto hat mich schon immer geärgert, ganz zu schweigen von den langen Postwegen bis ins Studentenwohnheim". Seiner Freundin gab er den Tip sofort weiter. "Die ist jetzt auch dabei". Ein trotz seines Dienstsitzes in Mittweida häufig in der Chemnitzer Universitätsbibliothek anzutreffender Nutzer ist Prof. Lindner. Er informierte die Bibliothek sofort über seine E-Mailadresse. Sein Kommentar: "Mir ist vor allem die Schnelligkeit der Information wichtig".

Auch der EDV-Koordinator der Chemnitzer Uni-Bibliothek Jan Martin ist rundum zufrieden mit dem neuen Programm. "Soweit ich weiß, sind wir unter den ersten in Deutschland, die den E-Mail-Dispatcher in der Routine haben", sagt er nicht ohne Stolz, "aber das muß nicht so bleiben. Unser Programm kann mit allen relationalen Datenbanken laufen. Wer immer es erwerben möchte, kann es bekommen"! Anfragen dazu können an den Direktor der Chemnitzer Universitätsbibliothek, Hans Joachim Hermes, 09107 Chemnitz, Tel. 03 71 / 5 31 - 12 83, E-mail hans-joachim.hermes@bibliothek.tu-chemnitz.de gerichtet werden.

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