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Jahrestagung der Economic Science Association in Mannheim

05.06.1998 - (idw) Universität Mannheim

Die Jahrestagung 1998 der Economic Science Association (ESA) findet in diesem Jahr vom 11. bis zum 13. Juni an der Universität Mannheim statt. Erstmals wurde damit ein Tagungsort außerhalb der Vereinigten Staaten gewählt. Gastgeber ist Prof. Dr. Martin Weber, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft, insbesondere Bankbetriebslehre. Den Eröffnungsvortrag hält der Bonner Nobelpreisträger Prof. Dr. Reinhard Selten. Die ESA, die einzige weltweit operierende Vereinigung zur experimentellen Ökonomie, hat es sich zum Ziel gesetzt, den experimentellen Zweig der Wirtschaftswissenschaften zu stärken. Prof. Weber, der die noch relativ junge Vereinigung in Europa vertritt, erwartet zu der Tagung rund 200 Wirtschaftswissenschaftler aus aller Welt.

Die experimentelle Ökonomie betreibt wirtschaftswissenschaftliche Forschung auf der Grundlage von Experimenten, Umfragen und Spielsituationen. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, daß ökonomische Verhaltensweisen im Kleinen den gleichen Entscheidungskriterien unterliegen wie Vorhaben mit großem Finanzvolumen. Nicht immer stehen dabei Vernunft und Logik im Vordergrund. Die Wissenschaftler schaffen für ihre Probanden realistische Situationen, die sich lediglich in der Höhe der auf dem Spiel stehenden Mittel von der Wirklichkeit unterscheiden. "Egal ob bei den Versuchspersonen zehn oder tausend Mark auf dem Spiel stehen", resümiert Weber, "die Verhaltensweisen und Entscheidungskriterien sind die gleichen." Mit den Ergebnissen der Untersuchungen können wirtschaftswissenschaftliche Theorien gestützt oder auch verworfen werden, vor allem aber bilden Sie die Grundlage für ökonomisch bedeutsame Entscheidungen.

An der Universität Mannheim beschäftigt sich der Sonderforschungsbereich (SFB) 504 der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Rationalitätskonzepte, Entscheidungsverhalten und ökonomische Modellierung" mit Fragestellungen aus der experimentellen Ökonomie. Der Mannheimer SFB (Sprecher: Prof. Dr. Martin Weber) ist der einzige mit überwiegend betriebswirtschaftlicher Ausrichtung in Deutschland und verfügt über eines der größten Computerlaboratorien in der Bundesrepublik. In dem mit jährlich 1,5 Millionen Mark geförderten SFB arbeiten Sozialpsychologen, Volks- und Betriebswirte gemeinsam an neuen Modellen des menschlichen Entscheidungsverhaltens.

Auch die Mannheimer Tagung der Economic Science Association beschäftigt sich zu einem großen Teil mit diesem Themenkomplex. Darüber hinaus behandeln die Wissenschaftler unter anderem das Dilemma, daß öffentliche Güter und Einrichtungen nie in dem Maße zur Verfügung gestellt und finanziert werden können, wie es von der Öffentlichkeit gewünscht wird. Ein weiterer Schwerpunkt sind Experimente zu verschiedenen Auktionsformen und deren Auswirkungen auf den Erfolg und die Strategie von Käufern und Verkäufern. Der Bonner Nobelpreisträgers Prof. Dr. Reinhard Selten behandelt in seinem Eröffnungsvortrag die Entwicklung und Anwendung von Strategien, ausgehend von einer umfangreichen Spielstudie. Selten erhielt 1994 den Nobelpreis für seine Arbeiten in der theoretischen Ökonomie, insbesondere für seine Spieltheorien.
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