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Was können PPS und Workflowmanagement voneinander lernen?

10.06.1998 - (idw) Institut Arbeit und Technik

Gemeinsame Tagung des Instituts für Wirtschaftsinformatik und des Instituts Arbeit und Technik in Gelsenkirchen

Obwohl das "Computer Integrated Business" bereits seit über einem Jahrzehnt gefordert wird, gibt es eine prozeßorientierte Integration der administrativen (indirekten) Bereiche mit den Werkstattbereichen (direkten Bereichen) sowie mit Zulieferern und Logistik-Dienstleistern bislang nur in Ansätzen. Marktreife informationstechnische Lösungen, die eine flexible und transparente, an Geschäftsprozessen orientierte Integration von Funktionen der Auftragsabwicklung unterstützen, sind kaum verfügbar. Als vielversprechender Lösungsansatz wird die Integration von Workflowmanagement und Produktionsplanungs- und -steuerung (PPS) diskutiert. Mit den Potentialen und Problemen dieser Verbindung befaßte sich ein Workshop, den das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster und das Institut Arbeit und Technik (IAT) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Informatik e.V. jetzt in Gelsenkirchen organisierten.

Die heutigen PPS-Systeme erreichen oftmals nicht das Ziel einer flexibel anpaßbaren Integration aller zum Produktionsbetrieb gehörenden Bereiche auf organisatorischer und informationstechnischer Ebene. Zur Behebung dieses Defizits können Workflowmanagementsysteme eingesetzt werden, die dezidiert zur Unterstützung administrativer Prozesse entwickelt wurden. Workflowmanagement bezeichnet die aktive, auf einem Prozeßmodell basierende Steuerung, Koordination und Überwachung von Geschäftsprozessen.

"Die Einsatzmöglichkeiten dieser Systeme werden vorrangig in den Dienstleistungsbranchen wie Banken und Versicherungen diskutiert, aber auch für industrielle Auftragsabwicklungsprozesse lassen sich Ansatzpunkte für einen effizienten Einsatz von Workflowmanagementsystemen identifizieren", so die Experten Dr. Michael Rosemann und Christoph von Uthmann vom Institut für Wirtschaftsinformatik in Münster. Dabei kann Workflow-management als allgemeines, über die Grenzen von Administrations- und Fertigungsprozessen reichendes Steuerungskonzept von Prozessen gesehen werden. Im Gegenzug können diverse Konzepte der Produktionsplanung und -steuerung für die Zwecke des Workflowmanagement adaptiert und insbesondere für die Zwecke einer verbesserten Kapazitätsplanung genutzt werden.

Anzeichen für eine erste Realisierung dieses Potentials zeigen sich unter anderem in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt "Integration von Produkt- und Prozeßmodellen" (GiPP) wie auch darin, daß sich die Engineering Data Management-Systeme (EDM) zunehmend an der technischen Ablauforganisation orientieren und Workflowmanagement-funktionen einbinden.

Während die ersten PPS-Systeme bereits in den fünfziger Jahren entstanden, begann die Entwicklung der Workflowmanage-mentsysteme erst in den achtziger Jahren. Bislang wurde bei Entwicklung und Einsatz von WFM-Systemen kaum Bezug genommen auf Erfahrungen aus der Praxis der PPS. "Die Erfahrungen aus Entwicklung und Einsatz von PPS-Systemen sind keineswegs nur positiver Art, und es wäre wünschenswert, die Mißerfolge und Sackgassen in der PPS-Entwicklung als Lernchancen für das Workflowmanagement zu begreifen und zu nutzen", so Dr. Peter Brödner, Leiter der Abteilung Produktionssysteme am Institut Arbeit und Technik. Umgekehrt könnten sich freilich auch die Promotoren der PPS mit Hilfe der Modellierungsperspektive der Informatik von "allzu engstirnig detailversessenen und konkretistischen Auffassungen von Arbeitsplanung zugunsten einer ganzheitlichen Betrachtung von Arbeitsvorgängen befreien".


Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Christoph v. Uthmann, WWU Münster
Institut für Wirtschaftsinformatik
Durchwahl: 0251(83 38-077 /-064

Irene Maucher, IAT
Durchwahl: 0209/1707-287

Pressereferentin
Claudia Braczko

Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
WWW: http://iat-info.iatge.de
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