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Zeichensetzung Problem Nummer eins

10.06.1998 - (idw) Universität Potsdam

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10.06.1998

Zeichensetzung Problem Nummer eins
Ein Jahr "Grammatisches Telefon" an Uni Potsdam

Die Sprachberatungsstelle "Grammatisches Telefon Potsdam" feiert Geburtstag. Seit nunmehr einem Jahr können Anrufer montags bis freitags von 10.00 bis 12.00 Uhr ihre Fragen zur deutschen Sprache, insbesondere zu Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Stil oder Herkunft von Wörtern stellen.
Die Beratungsstelle ist gebunden an das Forschungsprojekt "Sprachgebrauch und Sprachentwicklung des Deutschen" im Institut für Germanistik der Universität Potsdam und versucht, Grammatikforschung zur deutschen Gegenwartssprache mit praktischer Sprachberatung zu verbinden. Das "Grammatische Telefon Potsdam" versteht sich dabei als eine Sprachberatung außerhalb der Bildungssektoren Schule und Hochschule und bietet den Sprachbenutzern Hilfe, wo Regelwerke schwer verständliche, widersprüchliche oder keine Auskünfte geben.
Das Projekt konnte im Rahmen der Forschungsförderung durch das Hochschulsonderprogramm III zwar für den Zeitraum von vier Jahren konzipiert und zu großen Teilen finanziert werden, seine Existenz über diesen Zeitraum hängt jedoch von der jährlichen Einwerbung neuer Drittmittel ab.
Rund 2.000 Anfragen registrierte man bisher. Der überwiegende Teil davon kam zu Fragen der Zeichensetzung. An zweiter Stelle steht die Orthographie, insbesondere mit Problemen der Getrennt- und Zusammenschreibung (vorwiegend bei Verben) oder Groß- und Kleinschreibung. Darauf folgen Anfragen zur Grammatik und zur Wortbildung, bei der besonders die Verwendung des Fugen-s Unsicherheiten erkennen läßt.
In der Beratung selbst geht es im allgemeinen um die Auseinandersetzung mit der Sprachnorm, die Identifizierung oder Empfehlung alternativer Konstruktionen und das Erkennen von Entwicklungstendenzen. Auf einen eventuellen Ansturm nach Einführung der Rechtschreibreform ab 1.8.'98 in Schulen und öffentlichen Einrichtungen sind die Mitarbeiter vorbereitet. Sie wollen den Prozeß begleiten, erwarten dabei Fragen, die von den Sprachbenutzern auch mit Blick in die neuen Wörterbücher nicht in allen Fällen beantwortet werden können. Alle auftretenden Anfragen zu Problemen des Schriftgebrauchs und der Textformulierung des Deutschen werden in einer Datensammlung dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Die Datenbank macht eine systematische Erfassung der Sprachunsicherheiten möglich und kann der Grammatikforschung als empirische Fundierung dienen. Des weiteren besteht jetzt die Chance, bereits gewonnene Daten aus der gleichen Institution in der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen mit dem gegenwärtig in Potsdam vorhandenen Material für den Raum Berlin/Brandenburg zu vergleichen und wissenschaftlich zu untersuchen.

Hinweis an die Redaktionen:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Barbara Seelig vom Grammatischen Telefon unter 0331/977-2424, -2610 zur Verfügung.

Aktuelle Pressemitteilungen können auch abgerufen werden unter http://www.uni-potsdam.de/u/pressmitt/index.htm
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