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Forscher verbessern riesige Netze für den Fluß von Waren und Diensten

12.06.1998 - (idw) Universität Dortmund

"Modellierung großer Netze in der Logistik" - Das ist die Aufgabe des vierten Sonderforschungsbereiches der Uni-versität Dortmund. Die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte der Uni in dieser Woche für die ersten drei Jahre je 1,8 Millionen DM. Der Wissenschaftsrat sieht Dortmund als das "logistische Kompetenzzentrum" der Exportnation Deutschland.

Mit großen Netzen der Logistik hat man es da zu tun, wo eine große Zahl meist unterschiedlicher Objekte über mehrere Stationen und durch teilweise wechselnde Verkehrsträger transportiert wird. Es handelt sich bei diesen Logistiksystemen zum Beispiel um Zulieferungsnetzwerke, Produktionsnetze, Verteilungsnetze, Gütertransportnetze, Behälterkreisläufe oder Verkehrsnetze.
Den Dortmunder Forschern geht es darum, die Technik für den Entwurf und die Modellierung derartiger Netze zu erforschen und zu verbessern. Ziel ist, die Beherrschung großer Netze in der Logistik, ihre Gestaltung, Organisation und Steuerung theoretisch aufzubereiten. Dabei sollen technische, ökonomische und ökologische Aspekte und Perspektive gleichermaßen in den Blick genommen werden.
Vom 1. Juli 1998 an können nun Wissenschaftler aus den Fachgebieten Maschinenbau, Betriebswirtschaftslehre und Informatik die Arbeit aufnehmen. Kooperationspartner ist das benachbarte Fraunhofer-Institut für Materialfluß und Logistik.
Sprecher des neuen und vierten Sonderforschungsbereichs der Universität Dortmund ist Prof. Dr.-Ing. Axel Kuhn, Lehrstuhlinhaber für Fabrikorganisation im Fachbereich Maschinenbau der Uni Dortmund und Leiter des Bereichs Unternehmenslogistik im Fraunhofer-Institut. Unter seiner Leitung möchte der Sonderforschungsbereich mit der Nummer 1677 ein Modellierungsinstrumentarium zur anwendungsbezogenen, ganzheitlichen Gestaltung und Analyse großer Netze in der Logistik entwickeln. Die insgesamt 13 Teilprojekte sind entsprechend in Anwendungsprojekte und Methodenprojekte unterteilt.
Nach Auffassung der Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft handelt es sich bei der Aufgabenstellung des Sonderforschungsbereichs um ein überaus komplexes Thema. Es biete eine hohe wissenschaftliche Herausforderung. Seine Bearbeitung sei längst überfällig. Die wachsende Bedeutung großer Netze in der Logistik werde deutlich bei den fallenden Grenzen in Europa, der globalen Umstrukturierung der Industrie und der Ausweitung der Dienstleistungsgesellschaft. Dieser Prozeß erfordere eine rationelle Nutzung von Kapazitäten und die Nutzung großer, exakt aufeinander abgestimmter Netze für den Fluß von Waren und Diensten.
Die Experten des Wissenschaftsrates sparten nicht an Lob für die Universität Dortmund: An keinem anderen Ort Deutschlands gebe es für dieses Thema so günstige Voraussetzungen wie in Dortmund. Die Universität und das Fraunhofer-Institut seien das wichtigste "logistischen Kompetenzzentrum" für die essentielle Thema der Exportnation Deutschland.
Die Erforschung und Anwendung der zeitdiskreten, ereignisgestützten Simulation für die Produktion und Logistik gehöre zu den erklärten Schwerpunkten der Universität Dortmund; die Simulationsaktivitäten in Dortmund (Universität, Fraunhofer-Institut, Spin-Off-Unternehmen) genössen eine weit verbreitete Anerkennung in Forschung und Anwendung. Insbesondere in der Forschung zur Logistik nehme Dortmund seit rund zwanzig Jahren eine deutsche Spitzenstellung ein und sei darüber hinaus auch international anerkannt und in Kooperationen (z.B. mit Georgia/USA) eingebunden.
Die Fokussierung auf die Modellierung, in deren Bereich die deutsche Forschung führend sei, mache die Breite des Themas sinnvoll bearbeitbar. Es gebe keine anderen Forschungsvorhaben, die sich in vergleichbarer Weise und mit ähnlichen Zielrichtungen mit der Logistik beschäftigten.
Der Wissenschaftsrat rät: Insbesondere die Möglichkeit, über dieses Projekt die Integration der Informatik in die Ingenieurwissenschaften zu vergrößern, sollte genutzt werden. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung großer Netze in der Industrie dürften sich dem auf diesem Gebiet ausgebildeten Nachwuchs gute Chancen bieten, nicht zuletzt bei der Gestaltung des künftigen Managements effektiv mitzuwirken.

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