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FAO: PFLÜGEN VERSCHÄRFT BODENEROSION

22.06.1998 - (idw) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Rom, 22. Juni - Die Ernährungs- und Landwirtschafts- organisation der Vereinten Nationen (FAO) hat die Bauern besonders in den Entwicklungsländern dazu aufgerufen, die Böden schonender zu bearbeiten und weniger zu pflügen. Millionen Hektar wertvoller landwirtschaftlicher Flächen könnten vor Degradierung und Erosion geschützt werden, wenn die Bauern das Pflügen der Felder drastisch verringerten, so die FAO. In vielen Entwicklungsländern sei der Pflug eine der Hauptursachen für Erosion und Wüstenbildung. Bodenerosion, beschleunigt durch Wind und Wasser, sei weltweit für rund 40 Prozent der Bodendegradierung verantwortlich.

"Die durch das Pflügen der Felder verursachte Erosion schädigt die Böden in vielen Entwicklungsländern, jährlich gehen dort bis zu 150 Tonnen Erde pro Hektar verloren", sagte FAO-Mitarbeiter José Benites. "Aber auch in den Industriestaaten führt der übertriebene Einsatz schwerer Pflugmaschinen zur Bodendegradierung".

"Teile Lateinamerikas und Afrikas drohen zu Trockengebieten zu werden, wenn die Bauern ihre Pflugmethoden nicht ändern", warnte die FAO. "Wenn ein Bauer sein Land pflügt, wird die Bodenstruktur zerstört, der Boden wird erosionsanfälliger. Beim konventionellen Pflügen mit Traktor und Pflug verdichtet sich der Boden und degradiert biologisch. Selbst beim Pflügen mit Zugtieren kann es, allerdings in geringerem Ausmass, zu Erosion kommen. Wir müssen deshalb die Bodenbearbeitung drastisch verändern".

Die Böden in den tropischen Ländern müssen generell nicht gepflügt werden, sagte Benites. "Alle Eingriffe mit Maschinen sind auf ein Minimum zu beschränken. Stattdessen sollte nach der Ernte eine Schutzschicht aus Blättern, Stengeln und Halmen liegenbleiben. Diese Schicht schützt den Boden vor Hitze, Wind und Regen, und verringert zudem den Feuchtigkeitsverlust aufgrund von Verdunstung. Wird weniger gepflügt, lassen sich auch Energie- und Arbeitskosten sparen".

Seit der Einführung von Traktoren hätten die Bauern dazu geneigt, mehr zu pflügen. "Die Bauern glaubten, mehr ernten zu können, wenn sie intensiver pflügen," so die FAO. "Die Wahrheit dagegen ist: wird mehr gepflügt, kommt es verstärkt zu Erosion und Bodendegradierung, besonders in warmen Gebieten mit einer dünnen Bodenoberfläche".

In vielen Staaten, wie in Brasilien, Nikaragua, China, Malawi und Kasachstan, sind einst fruchtbare Böden wegen einer exzessiven Bearbeitung erodiert. Es kommt oft zu Bodenverdichtung, die dazu führt, dass Regenwasser abfliesst anstatt zu versickern, mit der Folge dass Erosionsgräben entstehen. Eine angepasste Bodenbearbeitung, verbunden mit der Fruchtfolge, könne diese Art der Erosion verhindern. "Eine stabile und intakte Bodenstruktur ist Voraussetzung dafür, Wasser aufzunehmen und Bodenerosion zu verhindern", sagte Benites.

Besonders auf dem amerikanischen Kontinent wird das Konzept der minimalen Bodenbearbeitung inzwischen auf mehr als 14 Millionen Hektar Ackerland praktiziert. Bei der Erzeugung von Sojabohnen habe sich in Brasilien und Argentinien gezeigt, so die FAO, dass mit dieser Methode eindeutig Kosten gespart werden könnten.

Die FAO empfiehlt deshalb, weniger schweres Pfluggerät einzusetzen und schonendere Bodenbearbeitungsmethoden anzuwenden. Dieses Konzept soll bei einem Seminar in Harare/Simbabwe (22.-27. Juni) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem südafrikanischen Forschungsrat, einem von Schweden unterstützten FAO-Projekt und der Zimbabwe Farmers Union vorgestellt werden. Dort soll auch ein regionales Projekt für umweltschonende Bodenbearbeitung sowie ein Entwurf für einen 'Verhaltenskodex zur Bodenbearbeitung' erstellt werden.

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