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Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

22.07.1998 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)

Vom 3. bis 5. September findet in Tübingen die Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin statt. Das Thema der Tagung lautet: "Von der prädiktiven zur präventiven Medizin - ethische Aspekte der Präimplantationsdiagnostik".

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) stellt eine Erweiterung der pränatalen Diagnosemöglichkeiten dar, mit der es möglich ist, embryonale Zellen vor dem Einleiten einer Schwangerschaft auf genetische Dispositionen zu untersuchen. Mit Hilfe der In-Vitro-Fertilisation und der Präimplantationsdiagnostik soll vor allem mit "Erbkrankheiten belasteten" Ehepaaren zu "genetisch gesunden Kindern" verholfen werden. Das in Deutschland bestehende Embryonenschuztgesetz hat die PID bis jetzt verhindert, da sie den für die Technik notwendigen Verbrauch von menschlichen Embryonen, auch in sehr frühen Teilungsstadien, verbietet.

Seit die Lübecker Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Diedrich eine Genehmigung zur Anwendung der PID gefordert hat, wird die rechtliche und moralische Zulassung dieser Technik in der deutschen Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Kritiker befürchten, daß im Falle einer Lockerung des Embryonenschutzgesetzes nicht nur der PID zur Anwendung verholfen, sondern auch neue Möglichkeiten der allgemeinen Forschung an Embryonen eröffnet werden. Auf der politischen Ebene wird der Druck, sich für oder gegen erweiterte pränatale Diagnosemöglichkeiten auszusprechen, ebenfalls immer größer, da die Zulassung der PID in anderen europäischen Ländern bereits vorangeschritten ist.

Gibt es therapeutische Zukunftsziele? Welche sozialen und ökonomischen Aspekte sind für die PID relevant? Teilnehmer aus Fachgebieten der Medizin, Humangenetik, Ethik, Rechtsmedizin und der Moraltheologie werden sich auf der Jahrestagung zu diesen und anderen Fragen bezüglich der Anwendungsmöglichkeiten der PID äußern. Darüber hinaus ist geplant, daß die PID und pränatale Diagnosemöglichkeiten in einer Podiumsdiskussion zwischen Politikern, Wissenschaftlern und Vertretern von Behindertenverbänden kontrovers diskutiert werden. Vor der Podiumsdiskussion wird es eine Pressekonferenz geben, an der Prof. Dietmar Mieth, Markus Düwell (beide Zentrum für Ethik in den Wissenschaften), Alfred Simon (AEM) und Prof. Dietrich von Engelhardt (Medizinische Universität Lübeck) teilnehmen.

Termine:
Freitag, 4. September 1998:
18.30-19.30 Uhr Pressekonferenz
19.30 Uhr Podiumsdiskussion

Beide Veranstaltungen finden im Seminarraum des Theologicums, Bibliotheksbau, Liebermeisterstr. 12, statt.

Nähere Informationen: Prof. Dr. Dietmar Mieth, Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Tel.: 07071/29 76976
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