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Neue Software für tiergerechte Fütterung

22.07.1998 - (idw) Fachhochschule Nürtingen

- Professor Dr. Schwarting von der Fachhochschule Nürtingen präsentiert EDV-Neuentwicklung für Milchkühe -

NÜRTINGEN. (schm) Agrarjournalisten aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Österreich waren unlängst zu Gast an der Fachhochschule Nürtingen. Dr. Gerhard Schwarting, Professor am Fachbereich Agarwirtschaft, präsentierte eine neue Anwendersoftware für Milchkühe, an deren Entwicklung er mitbeteiligt war. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) hat vor kurzem ein neues Energie- und Eiweißbewertungssystem vorgestellt, das als Grundlage für eine umweltschonende und tiergerechte Fütterung von Kühen dienen soll. Aus diesem Grund wurde in Nürtingen die Fachtagung "Protein 2000" organisiert, um Agarjournalisten die Auswirkungen der neuen Bedarfswerte zu demonstrieren.

Das neue EDV-Programm MILLIWIN, das Dr. Schwarting vorstellte, macht es den Landwirten leichter, die neuen Bedarfsnormen für Kühe in der praktischen Fütterung umzusetzen. Bisher wurden Kühe auf den Höfen mit dem Futter versorgt, das die Landwirte in der Regel auf dem heimischen Hof selbst anbauten: Heu- und Grassilage, Weizen und Gerste. Der negative Effekt dieser Art von Fütterung bestand darin, daß die Bedürfnisse der Tiere nur unzureichend berücksichtigt werden konnten. Dies wirkt sich zum einen negativ auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus, wie Milch und Fleisch, zum anderen aber werden erhebliche Mengen an Stickstoff frei, die dann in die Gülle gelangen und die Umwelt belasten. Die neuen Bedarfswerte der DLG sollen diese Belastung einschränken. Das von Dr. Schwarting mitentwickelte EDV-Programm erlaubt es den Bauern nun, das auf dem Betrieb erzeugte Futter mit dem Rechner zu erfassen. Der Computer rechnet aus den Werten der einzelnen Futtermittel die optimalen Mischungsverhältnisse aus und gibt Hinweise für die Fütterung. Damit lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Vorgaben der DLG lassen sich relativ einfach in die Praxis umsetzen und die Kühe erhalten ein Futter, das exakt ihren Bedürfnissen entspricht.

Im Ergebnis sinkt so die Belastung der Umwelt und die Qualität der Milch und des Fleisches läßt sich deutlich steigern. Dr. Schwarting liegt viel daran, daß die Landwirtschaft nicht nur nach Leistungs- sondern vor allem nach Qualitätskriterien produziert: "Die Situation in der Milchviehhaltung ist sehr angespannt. Die Quotenregelung für Milch soll fallen, die Erzeugerpreise sind niedrig und auch die Fleischpreise sind im Keller. Deshalb müssen die Landwirte zum einen noch mehr auf Qualität achten und zum anderen die auf dem Hof erzeugten Futtermittel optimal einsetzen". Der Nürtinger Wissenschaftler wendet die neue EDV-Software bereits in der Lehre an. Die Studierenden, die in diesen Tagen die Fachhochschule Nürtingen verlassen und auf die Höfe in die Praxis gehen, werden bereits nach den neuen DLG Bedarfszahlen produzieren. Die Landwirte sparen mit dem zusätzlichen EDV-Hilfsmittel Geld, schonen die Umwelt und die Tiere erhalten eine bedarfsgerechte Fütterung.

Nürtingen, 22.7.1998
G. Schmücker
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