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Hilfe für Parkinsongelähmte

24.07.1998 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern wurde, durch Zusammenarbeit des Rostocker Neurologen Reiner Benecke und des Greifswalder Neurochirurgen Michael Robert Gaab, einem schwer Parkinson-Gelähmten ein Mikrochip in's Hirn gepflanzt - jetzt kann er wieder schlucken, frei atmen und sogar wieder sich bewegen.

Kooperation zwischen Mikrochip und Gehirn
Neue Horizonte für Parkinson-Kranke


Klassische Chirurgie und Neurochirurgie schneiden Krankheiten heraus und veröden Krankheitsherde. In der Allgemeinchirurgie prägt als neue Dimension die Transplantation von Fremdorganen das ausgehende Jahrhundert.

Gehirne wollen die Neurochirurgen nicht transplantieren; hier wird vielmehr der Übergang in's nächste Jahrtausend schon durch den nächsten Schritt geprägt, nämlich die Implantation von moderner Mikroelektronik zur Stimulation, in Zukunft auch zur Kommunikation und Kooperation mit dem Gehirn. In unserer Neurochirurgischen Klinik ist dieses Gebiet der "Bionic" ein neuer Forschungsschwerpunkt. Zusammen mit der hier führenden Neurologischen Universitätsklinik Rostock (Prof. Reiner Benecke) wurde erstmals in Mecklenburg-Vorpommern bei einem Patienten mit schwerem Morbus Parkinson ein Mikrochip-gesteuerter Stimulator implantiert - dieser, mit hochpräzisier Operationstechnik millimetergenau in Kerngebieten des Gehirns implantierte Stimulator, ermöglicht dem Patienten, wieder schlucken, frei atmen und sich zunehmend bewegen zu können - er war bisher praktisch bewegungslos an's Bett gefesselt. Diese Operation ist der Beginn einer größeren Serie von therapeutischen Anwendungen von Bio-Stimulatoren bei Patienten mit Bewegungsstörungen. Das Spektrum wird ab September 1998 durch elektronische Stimulation bei Patienten mit Epilepsie ergänzt, denen man bisher weder mit Medikamenten noch mit herkömmlichen Operationsmethoden helfen konnte.

Bei der Stimulation regen von außen variable Reize (Intensität, Impulsdauer und Impulslänge werden mikroelektronisch kontrolliert) die umschriebenen Hirngebiete an oder hemmen sie und modifizieren auf diese Weise gestörte Regelkreise des Hirns, gegebenenfalls auch des Rückenmarkes. Die Betreuung und Nachbehandlung derartiger Patienten wird wesentlich auch zum Spektrum der demnächst in Betrieb gehenden Neurologischen Rehabilitationsklinik (NRZ) an der Universität Greifswald gehören.

Und wer sagt Ihnen mehr?
Prof. Dr. Michael R. Gaab,
Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
der Universität Greifswald, Sauerbruchstraße, 17487 Greifswald,
Telephon 03834-86-6163, Fax 03834-86-6164.
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