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Amphibien, Landschiffe, Flugautos

28.07.1998 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Historiker diskutieren Zukunftstechnologien der Jahrhundertwende

FRANKFURT. Chemiker gelten heute nicht mehr als "Gärtner im Zaubergarten der Natur". An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aber war dies noch anders. "Die Chemie", legt Prof. Dr. Arne Andersen dar, "galt als Zukunftstechnologie mit unbegrenzten Möglichkeiten". Der Darmstädter Historiker referiert beim 42. Deutschen Historikertag (8. bis 11. September) in der Goethe-Universität über Chemie als Zukunftstechnologie. Fünfzig Prozent aller Chemienobelpreise gingen vor 1914 nach Deutschland. Zwar gab es auch damals schon Auseinandersetzungen um die Einleitung von Chemikalien in Flüsse, doch diskutiert wurden ästhetische Fragen - etwa nach der roten Färbung von Rhein oder Main. Die Herstellung beispielsweise neuer Medikamente bestärkten den Glauben an die Entwicklungskraft der Chemie.

Ähnliche Vorstellungen gibt es auch für andere "Zukunftstechnologien der Jahrhundertwende" wie Aluminium und Kunstseide, Luftfahrt, Elektrizität oder "des Deutschen liebstes Kind": das Automobil. Dabei zeigt sich, daß die neuen Technologien nicht nur den Freiheits- und Machbarkeitsglauben der Menschen jener Zeit widerspiegelten, sondern auch schnell in den Bannkreis nationaler Erhöhung und militärischer Nutzbarkeit gerieten.

Unter der Leitung von Dieter Schott (Darmstadt) und Peter Hertner (Halle) diskutieren die Historiker über die damaligen Erfindungen. Ihre Auswirkungen auf Kultur und Phantasie der Zeitgenossen werden dabei ebenso angesprochen wie politische, militärische und wirtschaftliche Konsequenzen beziehungsweise deren Einfluß auf Forschung und Produktion.

Die Sektion " Zukunftstechnologien der Jahrhundertwende" findet statt am Freitag, 11. September, ab 9.00 Uhr im Hörsaalgebäude der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Interessierte Journalisten werden gebeten, sich beim Organisationsbüro des 42. Deutschen Historikertags, anzumelden: Telefax 069 - 798-2 50 90; E-Mail: histtag-98@em.uni-frankfurt.de.
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