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Virtuell wählen: Osnabrücker Studierende entwickelten innovatives Internet-Projekt

10.08.1998 - (idw) Universität Osnabrück

Zur Bundestagswahl haben 25 Studierende der Universität Osnabrück unter der Leitung des Soziologen Prof. Dr. Dieter Otten ein innovatives Internet-Projekt entwickelt: Interessierte haben die Möglichkeit, im "Wahlkreis 329" virtuell ihre Stimme abzugeben.

Pressemitteilung
Osnabrück, 10. August 1998 / Nr. 118/98

Virtuell wählen: Osnabrücker Studierende entwickelten innovatives Internet-Projekt
Organisatoren testen unter anderem, ob die virtuelle Wahl eine Alternative zur Briefwahl sein kann

Ein innovatives Wahlprojekt haben 25 Studierende der Universität Osnabrück unter der Leitung des Soziologen Prof. Dr. Dieter Otten entwickelt: Sie bieten Interessierten die Möglichkeit, bei der kommenden Bundestagswahl in einem virtuellen Wahlkreis ihre Stimme abzugeben - allerdings ohne damit das "reale" Wahlergebnis zu beeinflussen. Prof. Otten hat das ungewöhnliche Projekt bereits Rita Süssmuth vorgestellt. Die Bundestagspräsidentin habe sich positiv über eine derartige Erprobung neuer Wahlmöglichkeiten geäußert, so der Wissenschaftler, der am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück lehrt und forscht. Das Vorhaben "Virtuelle Wahl" ist Teil der von Prof. Otten initiierten Lehrveranstaltung "Informatik für Sozialwissenschaftler".

Bei der Bundestagswahl am 27. September werden die Bundesbürger in 328 Wahlkreisen ihre Stimmen abgeben. Der virtuelle Wahlkreis der Studierenden hat die Nummer 329 und kann unter der Internet-Adresse www.wahlkreis329.de aufgerufen werden. Vom 15. August an besteht dabei die Möglichkeit, auf der Homepage einen Stimmzettel mit einer codierten Zugangsnummer (TAN) zu beantragen, vorausgesetzt der Antragsteller ist 18 Jahre alt und deutscher Staatsbürger. Vom 20. bis 27. September (bis 17 Uhr) ist dann der Aufruf des eigenen Stimmzettels und die virtuelle Stimmabgabe möglich. Prof. Otten: "Erfaßt wird dabei lediglich, welche Partei gewählt wurde, nicht aber wer gewählt hat, so daß das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt."

In ihrem Projekt wollen die Studierenden nun überprüfen, ob die virtuelle Wahl eine Alternative zur Briefwahl sein kann. Weitere Perspektiven sehen sie in der Motivation junger, "politikverdrossener" Wähler. "Gerade für diese Gruppe könnte es durchaus reizvoll sein, auf diese Weise zu wählen", meinen die Studentinnen und Studenten, die außerdem analysieren wollen, inwieweit sich das virtuelle Wahlergebnis von der tatsächlichen Wahl unterscheidet. Das studentische Projekt ist dabei langfristig angelegt: Das Team hat die Europawahl im kommenden Jahr bereits für weiteren Aktivitäten ins Auge gefaßt. Um für den ersten Anlauf bei der Bundestagswahl eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, haben sich die Initiatoren einen besonderen "Anreiz" einfallen lassen: Auf der Webseite wird auch ein Wahl-Lotto angeboten. Wer das richtige Wahlergebnis tippt, nimmt an einer Verlosung teil. Als erster Preis wird eine 14tägige Reise nach Japan verlost.
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