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Aus der Frühen Neuzeit lernen

03.08.1998 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Historiker und Rechtshistoriker erforschen Rechtsnorm und Normdurchsetzung

FRANKFURT. Es gibt nicht mehr Fälle von Kindesmißbrauch als früher, wie ein Blick in die Kriminalstatistik zeige. Es werde nur mehr darüber diskutiert. Dieser Überzeugung ist die Trierer Geschichtspro-fessorin Helga Schnabel-Schüle. Sie hat den Kindesmißbrauch der Gegen wart mit den bekannten Fällen in der Frühen Neuzeit vergli-chen. Dabei zeigten sich in Tathergang, Tatumständen, Täterprofil, Aufklärungsstrategien, Zeugenverhalten sowie dem Verhalten der betroffenen Eltern bemerkenswerte Ähnlichkeiten - und Unterschiede. Das gestiegene öffentliche Interesse habe unter anderem dazu geführt, daß der Straftatbestand des Mißbrauchs von Kindern Eingang in die Strafgesetzgebung gefunden hat. Die öffentliche Diskussion habe da-mit eine Änderung der Rechtsnorm initiiert.

Schnabel-Schüle wird ihre These beim 42. Deutschen Historikertag am 11. September in der Goethe-Universität vertreten. Sie hält einen Vortrag in der Sektion "Rechtsnorm und Normdurchsetzung: In-tentionen und Rechtswirklichkeit in der Frühen Neuzeit (18./19. Jahrhundert)" unter Leitung des Direktors des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte und Leibniz-Preisträgers Michael Stolleis. Die Sektion präsentiert interdisziplinär angelegte Forschun-gen von Historikern und Rechtshistorikern zur Funktion von Rechts-normen und zur Frage der Normdurchsetzung und Rechtspraxis.

Weitere Vorträge in dieser Sektion befassen sich mit der "Konsiliar-praxis der frühneuzeitlichen Juristenfakultäten und Schöffenstühle in Familien- und Erbsachen" und der "Sozialen Disziplinierung durch Strafe? Intentionen frühneuzeitlicher Policeyordnungen und staatliche Sanktionspraxis". Hinzu kommen Beiträge zum Thema "Rechtsnorm, literarische Fiktion und Lebenswirklichkeit: Der Giftmord" und "Rechtsprechung und Konfliktlösung in der Ziviljustiz".

Die Sektion findet statt am Freitag, 11. September ab 15 Uhr im Hörsaalgebäude der Goethe-Universität. Interessierte Journalisten werden gebeten, sich beim Organisationsbüro des 42. Deutschen Historikertags, anzumelden: Telefax 069 - 798-2 50 90; E-Mail: histtag-98@em.uni-frankfurt.de.
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