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BMBF fördert Erforschung von Magnesiumklebverbindungen und Müllschleusen

12.08.1998 - (idw) Fachhochschule Münster

Zwei von 16 Projekten nordrhein-westfälischer Fachhochschulen, die das Bundesforschungsministerium im Programm "Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen" fördert, laufen an der Fachhochschule Münster. Entsprechende Anträge der Fachbereiche Maschinenbau und Bauingenieurwesen wurden jetzt vom Bundesforschungsministerium bewilligt. Insgesamt werden in diesem Programm bundesweit 75 Projekte finanziell unterstützt.

Bei dem Projekt des Fachbereichs Maschinenbau, das unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kötting im Labor für Werkstofftechnik durchgeführt wird, geht es um die Untersuchung von Magnesium-Klebverbindung. Magnesium wird aufgrund seines geringen Gewichts als Werkstoff für die Industrie zunehmend interessanter. Dies gilt für Unternehmen im Maschinen-, Geräte- und Apparatebau, wo Magnesium bei der Herstellung von Gehäusen oder Befestigungsrahmen für Kreis- oder Kettensägen, Filmkameras, Kopier- und Tonbandgeräte oder von Lüftungsrädern eingesetzt wird. Vorreiter ist jedoch die Automobilindustrie.

Der Einsatz von Magnesium führt beispielsweise zur Reduzierung des Energiebedarfs beim Antrieb von Maschinen und Fahrzeugen.

Beim Einbau von Fahrzeugbauteilen aus Magnesium, wie etwa Instrumententafeln, Sitzsysteme oder Schiebedachrahmen, bietet sich das Kleben als einfachste Leichtbautechnik an. Jedoch liegen über das Verbinden von Magnesiumbauteilen durch Kleben nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen vor. Besonders über die langfristige Festigkeit, die etwa durch Umgebungsfeuchte, Temperaturwechsel oder Salzwasser beeinträchtigt werden kann, gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse.

Das zweite Projekt der Fachhochschule Münster läuft unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Bernhard Gallenkemper im Labor für Abfallwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft und Umweltchemie (LASU) des Fachbereich Bauingenieurwesen. Es dient der Untersuchung von "Müllschleusen in Großwohnanlagen". Müllschleusen sollen die unberechtigte Nutzung von Abfallbehältern verhindern und gerechtere Abfallgebühren ermöglichen, die sich nach der tatsächlich entsorgten Müllmenge der Bewohner richten. Nur mit einer Chipkarte, über die der Nutzer identifiziert wird, lassen sich die Schleusen öffnen.

Über eine sinnvolle Einsetzbarkeit dieser Systeme kann nur in Abhängigkeit von den örtlichen Verhältnissen und nach einer detaillierten Untersuchung und Beurteilung der abfallwirtschaftlichen Auswirkungen sowie der Nachteile, etwa unerwünschter Verlagerungen, entschieden werden. Durch das von Prof. Gallenkemper beantragte Forschungsvorhaben sollen nun wichtige Grundlagen für die möglichst flächendeckende Einführung von Müllschleusen geschaffen werden. Vor allem in Ballungsgebieten mit Großwohnanlagen erhöhen der politische Druck und die zunehmende öffentliche Forderung nach gerechten und sozialverträglichen Abfallgebühren den Untersuchungsbedarf. In dem nun bewilligten Projekt will die FH Münster eng mit einem Müllschleusenhersteller und einer Stadt zusammenarbeiten, so daß die Ergebnisse schnell in die Praxis einfließen können.

Zunächst werden die örtlichen abfallwirtschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen vor und nach der Einführung der Müllschleusen aufgenommen und analysiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse prüft das LASU die Übertragbarkeit auf das gesamte Stadtgebiet und beantwortet so die Frage nach der sinnvollen Einsetzbarkeit von Müllschleusen. Außerdem soll durch das Forschungsprojekt der Einsatz der Müllschleusen optimiert werden.
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