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Weltweites Versicherungsnetz gegen Naturkatastrophen

13.08.1998 - (idw) Universität zu Köln

Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmung, Sturm und Hagel schädigen in der Regel nicht nur einzelne Haushalte, sondern ganze Regionen. Sie treten also als Kumulschäden auf. Ein einzelnes Versicherungsunternehmen wäre dabei im Leistungsfall überfordert. Deshalb nimmt es Rückversicherungsschutz bei anderen Gesellschaften in Anspruch, die sich wiederum bei anderen Unternehmen rückversichern. Dadurch entsteht ein immer größeres, nahezu weltweites Versicherungsnetz. Durch seine in der Regel weltweite Geschäftstätigkeit kann der Rückversicherer seine Risiken besser ausgleichen, da weder Erdbeben- noch Überschwemmungsschäden gleichzeitig das gesamte Geschäftsgebiet betreffen. Möglichkeiten und Grenzen dieser Rückversicherungsdeckung unter besonderer Berücksichtigung des lateinamerikanischen Versicherungsmarktes stellt Dr. Klaus Schmitz in einer Studie dar, die am Seminar für Versicherungslehre der Universität zu Köln erstellt wurde.

Aufgrund der Zunahme von Naturkatastrophen und der dabei statistisch höheren Wahrscheinlichkeit von Elementarschäden reicht das Rückversicherungsangebot nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Oft mußten in der Vergangenheit der Staat sowie andere privatwirtschaftliche Institutionen helfend eingreifen.
Vor allem in einigen lateinamerikanischen Ländern liegt eine erhöhte Gefährdung durch Erdbeben-, Überschwemmungs-, Vulkanismusereignisse sowie durch tropische Stürme vor. Starke Bevölkerungszunahme, fortschreitende Industrialisierung und Urbanisierung sowie der damit zusammenhängende Treibhauseffekt haben zu einer Veränderung der zu versichernden Risiken geführt. Diese lassen für die Zukunft höhere, durch Elementarereignisse verursachte volkswirtschaftliche Schäden erwarten, so der promovierte Betriebswirt.

Dadurch wird eine verstärkte Risikopartnerschaft zwischen Versicherungsnehmern, Erstversicherern, Rückversicherern sowie anderen privatwirtschaftlichen Institutionen wie beispielsweise den Banken und dem Staat notwendig. Als Alternative zu nationalen, staatlichen Monopollösungen schlägt Dr. Schmitz eine weltweit operierende Sicherungsinstitution, möglicherweise auf Ebene der Vereinten Nationen vor. Diese Institution finanziert dann nachrangig zu den jeweils privatwirtschaftlich organisierten nationalen Sicherungseinrichtungen Elementarschäden. Durch einen solchen weltweiten Kumulschadenfonds kann eine Finanzierung mittels pauschaler Beiträge der UN-Mitgliedsländer, die sich daran beteiligen, sichergestellt werden. Auch führt er unter Umständen zu politisch gewünschten Umverteilungseffekten zugunsten wirtschaftsschwacher Länder, die meistens bezüglich Naturkatastrophen besonders gefährdet sind.

(45 Zeilen á 60 Anschläge)
Verantwortlich: Claudia Ehl

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Jahn unter der Telefonnummer 0221/470-2693 und der Fax-Nummer 0221/428349 zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.htm).
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