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RUB-Workshop über künstliche Lebenssysteme

13.08.1998 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Daß Roboter nicht immer aussehen müssen wie eckige Menschen mit blinkenden Lichtern, beweisen die Forscher, die sich am 17. und 18. September 1998 zum "3rd German Workshop on Artificial Life" (GWAL '98, 3. Deutsche Tagung über Künstliche Lebenssysteme) in Bochum treffen.

Bochum, 13.08.1998
Nr. 163

Roboter ohne Blinklicht
Experten diskutieren über künstliche Lebenssysteme
RUB organisiert größte Konferenz für Artificial Life


Daß Roboter nicht immer aussehen müssen wie eckige Menschen mit blinkenden Lichtern, beweisen die Forscher, die sich am 17. und 18. September 1998 zum "3rd German Workshop on Artificial Life" (GWAL '98, 3. Deutsche Tagung über Künstliche Lebenssysteme) in Bochum treffen. Veranstaltet von der AG Komplexe Systeme (Leiter: Prof. Dr. Thomas Martinetz) im Institut für Neuroinformatik der RUB diskutieren Fachleute aus Deutschland, Belgien, England, der Schweiz und den USA darüber, wie man grundlegende Eigenschaften und dynamische Prinzipien lebender Systeme verstehen und auf künstliche Systeme übertragen kann - z.B. Roboter nach Vorbildern aus der Natur.
Schlangen warten Abwasserkanäle

Die Schlange ist ein solches Vorbild: Ihre einzigartige und überaus erfolgreiche Fortbewegungsweise hat Rainer Worst von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) studiert und auf eine Roboter-Schlange übertragen. Schlangen können sich auf nahezu jedem Untergrund aber auch im Wasser bewegen, Hindernissen problemlos ausweichen und in kleinste Hohlräume kriechen. Ein Roboter mit solchen Eigenschaften könnte sich beispielsweise durch enge Abwasserkanäle schlängeln und dort Wartungsarbeiten durchführen. Die Roboter-Schlange von Rainer Worst ist bereits in der Lage, einige der typischen Bewegungsmuster echter Schlangen nachzumachen, sich auf Lichtquellen zuzubewegen und Hindernisse zu erkennen.

Natur als Vorbild für Technik

Die Natur als Vorbild kann viele völlig unterschiedliche Probleme lösen helfen. Artificial Life ist eine neue interdisziplinäre Wissenschaft, die modernste Technik mit einfachsten Grundprinzipien von Natur verbindet. In ihr arbeiten u.a. Biologen, Physiker, Informatiker, Informationswissenschaftler, Mathematiker, Mediziner, Psychologen und Sozialwissenschaftler zusammen. Der GWAL ist mittlerweile zur größten deutschen Konferenz der Wissenschaftler dieses Forschungsgebietes geworden. Der Bochumer Workshop wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Siemens AG und der Daimler-Benz AG gefördert.

Auf dem Weg zu einer Theorie des Lebens ...

Der GWAL ist allerdings nicht auf die Technik allein ausgerichtet. Das Programm umfaßt auch Aspekte der gesellschaftlichen Dimension dieses wissenschaftlichen Gebiets und die Diskussion reicht bis in philosophische Fragen nach einer 'allgemeinen Theorie des Lebens', so etwa in der Workgroup "Spirit and Mind".

... und dem Überlebenskampf von Bäumen

Mit der Entwicklung des Lebens befaßt sich die Gruppe um Prof. Dr. Michael Hauhs von der Universität Bayreuth. Mit Computern simuliert sie die Evolution von Spezien in einem Ökosystem. Am Beispiel eines bewaldeten Was-ser-einzugsgebietes untersuchen sie Wachstumsstrategien von Bäumen im Kampf um Licht und Nährstoffe. Derartige Untersuchungen finden Anwendung in Waldbau und Wasserwirtschaft.

Tagungsort

Der GWAL '98 findet am 17. Und 18. September 1998 im "Haus Bommer-holz", Bommerholzer Str. 60, 58456 Witten-Bommerholz, Tel. 02302-3960, Fax 02302-396320 statt.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Martinetz, Ruhr-Universität Bochum, Institut für Neuroinformatik, 44780 Bochum, Tel. 0234/978765, Fax: 0234/978766, e-mail: gwal98@neuroinformatik.ruhr-uni-bochum.de, http://www.neuroinformatik.ruhr-uni-bochum.de/ini/TM/gwal/top.html

Programm

Donnerstag, 17. September 1998

08:45 Welcome

09:00 Keynote Talk, A Novel Approach to the Semantic, Aspects of Biological Information (Bernd-Olaf Küppers)

10:00 Recurrence Quantification of Transient, Behavior in Simulated Evolving Forests (Holger Lange, Birgit Thies, Michael Hauhs, and Alois Kastner-Maresch)

11:00 Development and Evolution of Neural Networks in an Artificial Chemistry (Jens C. Astor and Christoph Adami)

11:30 Robotic Snakes (Rainer Worst)

12:00 Computer Simulation of Self-Assembly of Lipid Aggregates (Linglan Edwards and Yun Peng)

13:30 Posters and Demos

15:30 Workgroups

Freitag, 18. September 1998

08:45 Announcements

09:00 Keynote Talk, Simple Living Systems: Theory and Experiments

(Chris Adami)

10:00 An Adaptive Modell for Vision-Based Localisation (J. Zhang, V. Schwert, and A. Knoll)

11:00 Between-Host Evolution of Mutation-Rate and Within-Host Evolution of Virulence (Colin G. Johnson)

11:30 Group Locomotion of Mobile Robots Based on Auditory Information (Pierre Arnaud)

12:00 Stability and Equilibrated Structure (Stefan Reimann)

13:30 An Architecture for Behavioral Organisation Using Dynamical Systems (Thomas Bergener and Axel Steinhage)

14:00 The Generalised Theory of Life (V.L. Kalmykov)

14:30 Closing Talk

15:30 Plenary Discussion of Workgroup Results

17:00 End of GWAL'98
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