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FH-Modedesigner kreieren märchenhafte Kostüme für Stadtjubiläum Bad Oeynhausen

14.08.1998 - (idw) Fachhochschule Bielefeld

FH-Modedesigner kreieren märchenhafte Kostüme für Stadtjubiläum
Bad Oeynhausen: Züngelnde Göttin und sprudelnde Wasserfrau

Gar seltsame, quirlige und feurige Gestalten werden demnächst Bad Oeynhausen bevölkern. Eine züngelnde Feuergöttin und ihre vor Energie sprühende Begleiterin, eine bemooste Mutter Erde, eine sprudelnde Wasserfrau mit einer Nixe im Schlepptau und blasenblubbernde Luftfeen geben sich zum 150jährigen Bestehen des Staatsbades im Ravensberger Land ein Stelldichein. Einfach märchenhaft: Ein kleines Studierendenteam der Fachhochschule (FH) Bielefeld kreiert derzeit phantasievolle Kostüme für das Stadtjubiläum Ende August 1998. Im Auftrag des Oeynhausener Märchenmuseums setzen drei Studentinnen und ein Student aus dem Bereich Modedesign im Fach Experimentelle Schnittgestaltung die vier Elemente - Wasser, Feuer, Erde und Luft - in acht phantastische
Kreationen um.

Mit diversen ausgefallenen Projekten macht Annegret Friehe, Lehrende in der Studienrichtung Modedesign am Fachbereich Design, seit Jahren auf die Kreativität ihrer Studierenden aufmerksam. Ihre bisher spektakulärsten Aktionen: "Wir ziehen das EMMA-Team an", eine Kollektion für zehn Frauen aus der EMMA-Redaktion zum 20. Geburtstag der Frauenzeitschrift im Dezember 1996, sowie im Sommer 1992 "Eine Kollektion für Anke Brunn", ein neues, modisch-individuelles Outfit für die ehemalige nordrhein-westfälische Ministerin für Wissenschaft und Forschung. Nachdem sie zuletzt gemeinsam mit Studierenden drei Moderatorinnen der Sendung "Aktuelle Stunde / Lokalzeit" des WDR-Landesstudios Bielefeld neu einkleidete, wurde die Leiterin des Deutschen Märchenmuseums Bad Oeynhausen, Dr. Hanna Dose, auf Annegret Friehe und die Modedesign Studierenden aufmerksam.

Nach ersten Gesprächen waren beide Seiten Feuer und Flamme für die märchenhafte Aktion. Als Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit Drittmitteln von der Stadt Bad Oeynhausen gefördert, machten sich die Initiatorin und eine motivierte Gruppe alsbald ans Werk. Die Studentinnen Lea Pilarzig, Britta Stallmann, Katrin Sundmäker, Daniela Fröhning mit ihrem Kommilitonen Tran Mai Huy Thông haben keine leichte Aufgabe. Die Zielsetzung: Konzeptionierung und Gestaltung von phantastischen Kostümen ohne konkrete Anlehnung an Märchenfiguren. Darüber hinaus müssen die Kunstwerke zum "Reinschlüpfen" und unabhängig von Figur und Größe für Menschen tragbar sein. Wie bei Walt Disney stellen die acht Figuren unterschiedliche Wesen dar, sollen aber auch ohne menschliche Hilfe "leben".

Die Konzeptionsphase läuft derzeit auf Hochtouren. Während bei den meisten bisherigen Projekten gefragt war, Kreativität in angewandtes Design, Entwürfe in paßformgerechte Kleidung umzusetzen, müssen die Studierenden diesmal völlig neue Denkansätze einbringen. In verschiedenen Sitzungen haben die Studierenden erstmal ihren Gedanken freien Lauf gelassen und im Brainstorming-Verfahren Assoziationen zum Thema gesammelt. So wird Wasser als sprudelndes, umspülendes, reinigendes Element und Lebenselexir durch blaufarbene und transparente Stoffe, Perlen und Folien dargestellt. Die Wasserfrau zieht überquellende Wasserterrassen und wilde Wasserkaskaden aus Organza und gecrashter Seide mit sich, durchsetzt von Algen, Schlieren und allerlei Meeresgetier. Sie wird begleitet von einer anmutigen Wassernixe, die über und über mit glänzend schimmernden Schuppen
bedeckt ist.

Für Feuer als Symbol von Licht, Energie und Wärme sprechen rote, orange und gelbe Moiré-Stoffe. Die strahlende Feuergöttin sprüht voller züngelnder Flammen, trägt Glutkästen mit überquellender Lava mit sich. In ihrem Widerschein spiegelt sich die blitzende Energie, die mit Goldperlen und -fäden besetzt ist. Die Luft symbolisiert materialmäßig den Lebensatem, Bewegung, Freiheit und Düfte. Die Göttin der Lüfte wallt in hellblauem Seidentaft, übersäht mit großen und kleinen blubbernden Luftblasen daher, ihre Schwester symbolisiert mit Schläuchen und Röhren am ganzen Körper die eingefangene Luft. Die Erde dagegen als fruchtbarer Mutterboden wird durch Materialien wie Wildseide, Kokosrinde und Weide verkörpert. Ganz in braun trägt Mutter Erde, die in Begleitung einer aparten Erdfee herumwandelt, ein Korsett aus Weidenstöckchen und ausladende Körbchen mit
grünen und braunen Moosen mit sich.

In den nächsten Tagen geht es in die abschließende Produktionsphase. Von den endgültigen Ergebnissen werden sich alle überraschen lassen: Dr. Hanna Dose vom Märchenmuseum, die Stadt Bad Oeynhausen und ihre Besucherinnen und Besucher genauso wie das kreative FH-Team und die Projektinitiatorin selbst. Die märchenhaften Wesen, die er rief, wird der ostwestfälische Bade- und Kurort an der Werre so schnell nicht mehr los werden. Das ist von vornherein einkalkuliert und geplant: In der Stadt der Heilquellen, bekannt auch für ihre Herzklinik und als Kurort für Diabetiker, soll es fortan zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen spuken. Zunächst wird die außergewöhnliche Figurengruppe im Rahmen des Stadtjubiläums (23. bis 30. August 1998) einem breiten Publikum präsentiert, am 26. August sind die fabelhaften Wesen zum "Märchenhaften Tag" des Märchenmuseums und am 29. August in einer Open-Air-Veranstaltung im Kurpark zu sehen. Außerdem werden sie vom 22. bis 30. August im Kurhaus

ausgestellt (Verdis Kurhausgastronomie). Die nächste großartige Gelegenheit zur
Präsentation bietet die Landesgartenschau 2000, die Bad Oeynhausen unter dem Motto "Magisches Wasserland" ausrichtet. Ansonsten sollen die phantastischen Elemente zu allerlei Werbezwecken für das Deutsche Märchenmuseum und die Stadt in Erscheinung
treten.


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