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Lorbeeren für 94jährigen Absolventen

01.09.1998 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Lorbeeren für 94jährigen Absolventen
TU Chemnitz verlieh Würde eines Ehrensenators an Edgar Heinemann aus Osnabrück

CHEMNITZ/OSNABRÜCK. Auch wenn sein Studium in Chemnitz über 70 Jahre zurückliegt, erinnert sich Edgar Heinemann noch heute gern an diese Zeit. Genau gesagt: Heinemann studierte von 1921 bis 1925 an der Staatlichen Gewerbeakademie Chemnitz, einer Vorläufereinrichtung der heutigen Universität. Mit 94 Jahren ist der heute in Osnabrück lebende Diplomingenieur ältestes Mitglied der Gesellschaft der Freunde der TU. Mehrfach förderte er in den vergangen Jahren das wissenschaftliche Leben an der Chemnitzer Uni. So unterstützt er beispielsweise den Aufbau eines Wasser-Labors am Institut für Chemie. Gründe für sein Engagement gibt es viele: "In Chemnitz wurde der Grundstein für meine späteren unternehmerischen Erfolge gelegt", so Heinemann. All seine Kommilitonen hätten nach ihrem Maschinenbaustudium Führungspositionen erreicht, was für die damalige Ausbildung in Chemnitz spreche. "Auch heute belegt die TU Chemnitz einen Spitzenplatz in der deutschen Hochschullandschaft. Und damit dies so bleibt, werde ich diese Einrichtung insbesondere in den Bereichen der Ingenieur- und Naturwissenschaften weiterhin unterstützen", verspricht Heinemann. Wegen seiner uneigennützigen Verbundenheit wurde ihm am 1. September 1998 die Würde eines "Ehrensenators der Technischen Universität Chemnitz" verliehen.

Zur Person: Edgar Heinemann

Edgar Heinemanns Interesse galt von frühester Jugend an Maschinen. So hatte er schon den Wunsch, einmal Ingenieur zu werden, als er dieses Wort noch gar nicht schreiben konnte. Seine Eltern respektierten diese Neigung und förderten seinen beruflichen Werdegang. Heinemann kam zum ersten Mal im August 1921 nach Chemnitz, um die Aufnahmeprüfung abzulegen. Damals gab es in Deutschland nur diese technische Akademie, bei der man nach erfolgreicher Ingenieurausbildung auch ein lateinloses Abitur erhielt. Damit konnte man an jeder Technischen Hochschule weiterstudieren. Deshalb war der Andrang groß. Bei der Prüfung am 2. August 1921 wurden von 300 Studienbewerbern 120 aufgenommen, darunter Edgar Heinemann.
Nach erfolgreichem Studium und ersten Berufserfahrungen in Berlin, kehrte Heinemann 1928 nach Sachsen zurück. In Plauen/Vogtland wurde er als Stadtingenieur eingestellt. Auf Grund der Berechnungen Heinemanns wurde unterhalb der Trinkwassertalsperre Werda eine neuartige Schnellfilteranlage gebaut, die noch heute mustergültig funktioniert und oft Naturwissenschaftler und Ingenieure zum Staunen bringt. 1932 kehrte Heinemann nach Osnabrück zu seinen Eltern zurück und verhalf der Verzinkerei seines Vaters zum Überleben. Von 1946 bis 1948 richtete er die "Paul Heinemann & Co." aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges wieder auf und führte sie seit dieser Zeit als alleiniger Verantwortlicher bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1990.

Weitere Informationen zur Person erteilt Mario Steinebach, Pressesprecher der TU Chemnitz, Tel. (03 71) 5 31-14 24, Fax (03 71) 5 31-15 61, E-mail pressestelle@tu-chemnitz.de .


(Bereits 1995 erschien ein längerer Beitrag über Edgar Heinemann im Universitätsmagazin "TU-Spektrum", nachzulesen unter http://www.tu-chemnitz.de/spektrum/95-3/12.html .
Bitte beachten Sie, daß die TU Chemnitz damals noch TU Chemnitz-Zwickau hieß und alle Daten sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung beziehen. Die Redaktion)
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