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Archäometrie im Aufwind

11.09.1998 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Archäometrie ist eine recht junge interdisziplinäre Arbeitsrichtung, bei der archäologische Fundstücke oder Fundstellen mit naturwissenschaftlichen Meßmethoden untersucht werden.

Mit ihrer Hilfe gelangen die Archäologen an zusätzliche Fakten und Informationen, die mit rein archäologischen Mitteln nicht oder nicht so eindeutig zu erhalten sind. Die Archäometrie kann so dazu beitragen, bestimmte Vorstellungen, zum Beispiel über alte Handelsverbindungen oder frühere Herstellungstechniken, zu untermauern oder auch zu widerlegen.

Die neuesten Ergebnisse aus unterschiedlichen Bereichen der Archäometrie stehen im Mittelpunkt einer Tagung, die von Mittwoch bis Samstag, 23. bis 26. September, an der Universität Würzburg stattfindet: Im Toscanasaal der Residenz treffen sich die Arbeitskreise "Archäometrie" der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft und der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Gastgeber sind das Institut für Mineralogie und Kristallstrukturlehre und das Institut für Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte der Universität Würzburg.

Während der ersten drei Tage können sich die Teilnehmer anhand von Vorträgen informieren. Zum Abschluß wird am Samstag dann eine Exkursion zum Limes angeboten, geführt von dem Würzburger Archäologen Dr. Thomas Völling. Zudem ist im Rahmen der Tagung eine Grundsatzdiskussion über die zukünftige gemeinsame Organisationsform der archäometrischen Arbeitsgruppen und Arbeitskreise in Deutschland geplant.

Im Würzburger Institut für Mineralogie und Kristallstrukturlehre nehmen archäometrische Forschungsprojekte immer mehr Raum ein. Es besteht Zusammenarbeit mit Archäologen aus Würzburg und anderen Städten. Dabei geht es in erster Linie um eine möglichst zerstörungsarme bis zerstörungsfreie Materialanalytik archäologischer Fundstücke mit Hilfe der Elektronenstrahl-Mikrosonde und der Röntgendiffraktometrie.

Analysiert wurden unter anderem römische Kameogläser aus dem Martin von Wagner-Museum der Universität Würzburg, alamannischer Granatschmuck aus dem Württembergischen Landesmuseum Stuttgart und frühslawische Bleiglas-Schmuckperlen aus dem Bereich Rostock. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ein Projekt zur vergleichenden Untersuchung prä-islamischer Schmuckperlen aus dem Sultanat Oman und gleichalter Schmuckperlen aus dem alten Königreich Ruhuna in Sri Lanka gefördert.

Um der Archäometrie auch in der Ausbildung der Studierenden einen Platz einzuräumen, wurde im April erstmals der Kurs "Einführung in materialanalytische Methoden für Archäologen" durchgeführt, und zwar gemeinschaftlich von den Würzburger Mineralogen Dr. Ulrich Schüßler und Dr. Rainer Hock sowie dem Archäologen Dr. Winfried Held. Laut Dr. Schüßler ist der Kurs auf großes Interesse gestoßen und soll in das regelmäßige Lehrangebot aufgenommen werden.

Weitere Informationen: Dr. Ulrich Schüßler, Telefon (0931) 888-5422, Fax (0931) 888-4620, E-Mail:
uli.schuessler@mail.uni-wuerzburg.de
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