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Der Zwang zur Grimasse

14.09.1998 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

1. Deutsches Tourette-Symposium an der MHH

MEDIZINISCHE HOCHSCHULE HANNOVER
Pressestelle
Leitung: Christa Möller l Christian Jung l Karola Neubert

Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

Telefon: (0511) 532 - 3310/3311
Telefax: (0511) 532 - 3852
E-mail: pressestelle@mh-hannover.de

14. September 1998


Pressemitteilung

Der Zwang zur Grimasse

1. Deutsches Tourette-Symposium an der MHH
Die Muskeln zucken unkontrolliert, immer wieder verzieht sich das Gesicht zu der gleichen Grimasse. Lautäußerungen wie Fiepen, Grunzen, Schnüffeln oder Schreien reißen nicht ab. Mimiken, Gestiken, ganze Bewegungsabläufe werden wie unter Zwang wiederholt. Solche sogenannten Tics sind typisch für das Tourette-Syndrom. Rund 40 000 Menschen leiden hierzulande an der Erkrankung, die noch wenig erforscht ist und mangels Bekanntheit manchmal nicht gleich richtig diagnostiziert wird. An der MHH findet nun am Samstag, den 26. September 1998 das 1. Deutsche Tourette-Symposium statt. Die Leitung der Veranstaltung hat Dr. Kirsten Müller-Vahl von der Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie der MHH.

Entdeckt wurde die Erkrankung bereits im Jahr 1885 von dem französischen Arzt George Gilles
de la Tourette; inzwischen ist auch ihre Ursache bekannt: eine Hirnfunktionsstörung. Auslöser könnte ein gestörter Stoffwechselprozeß von zumindest einer chemischen Substanz sein, vermuten Experten. "Vieles deutet derzeit darauf hin, daß es sich dabei um den Neurotransmitter Dopamin handelt, einen zentralen Botenstoff im Gehirn", sagt Dr. Kirsten Müller-Vahl. Die Krankheit tritt sehr häufig im Alter von etwa sieben Jahren zum ersten Mal auf, Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. In der Pubertät verstärken sich die Tics oft, zwischen dem dritten und vierten Lebensjahrzehnt ist dann in der Regel ein Rückgang zu beobachten. Das Tourette-Syndrom ist bislang nicht heilbar, die Symptome lassen sich medikamentös jedoch behandeln.

Am 1. Deutschen Tourette-Symposium nehmen Neurologen, Psychiater, Kinderärzte sowie Kinder- und Jugendpsychiater teil. Es beginnt um 11 Uhr und findet statt in Hörsaal R, Theoretische Institute II der MHH. Veranstalter sind gemeinsam die Abteilung Klinische Psychiatrie und Psycho-therapie sowie die Neurologische Klinik der MHH und die Tourette-Gesellschaft Deutschland. Weitere Informationen gibt gern Dr. Kirsten Müller-Vahl unter ( (0511) 5 32 - 31 22. Sie steht interessierten Journalisten zugleich am 26. September vor Ort zur Verfügung. Auf Wunsch vermitteln wir auch Gespräche mit Patienten.
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