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Epochenwenden - Wendezeiten in der mittel- und ostmitteleuropäischen Kunstgeschichte

15.09.1998 - (idw) Herder-Institut e.V.

Auf Einladung des Herder-Instituts treffen sich vom 24. - 27. September polnische und deutsche Kunsthistoriker zur 5. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker. Der 1988 von Andrzej Tomaszewski, dem heutigen Generalkonservator der Republik Polen, und Dethard von Winterfeld, Universität Mainz, ins Leben gerufene Arbeitskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kunst in den historischen Regionen des östlichen Mitteleuropa gemeinsam zu erforschen und Forschungen hierzu anzuregen.

Auf seiner 5. Zusammenkunft will das Forum den Epochenwenden in der mittel- und ostmitteleuropäischen Kunstgeschichte nachgehen und vor allem die regionalen und lokalen Spezifika einzelner Epochen, Gattungen und Landschaften sowie die engen Beziehungen zwischen Zentren und Landschaften in Mitteleuropa untersuchen. Dabei soll dem ersten Auftreten neuer Kunstströmungen an verschiedenen Orten, der Ausbildung regionaler und lokaler Zentren mit eigenen Formen und Besonderheiten sowie dem Transfer von Anregungen und den Wegen und Formen ihrer Vermittlung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Marburg und seine nähere Umgebung bieten als Tagungsort vielfache Anknüpfungspunkte für eine Diskussion über Anfänge, Übernahme und Ausbildung eigener Formen. Die Marburger Elisabethkirche ist eines der ersten und wichtigsten Beispiele gotischer Sakralarchitektur in Deutschland und ein wichtiger Ort in der Geschichte des Deutschen Ordens. Themen aus dem Bereich der gotischen Architektur und Plastik in zentralen Regionen des Reiches, für die auch das Marburger Schloß steht, im Vergleich z. B. mit Schlesien, dem Ordensland und anderen historischen Landschaften des östlichen Mitteleuropa schließen hier an. Auch für die Epoche der Reformation und Gegenreformation bieten sich zahlreiche Ausgangs- und Anknüpfungspunkte für vergleichende Betrachtungen auf dem Gebiet der Kunst und Konfession zwischen der hessischen Region inmitten des Alten Reiches und den Regionen an dessen Rand und außerhalb davon an.

Im 19. Jahrhundert waren es nationale Ideen und Ideologien, die besonders in den multiethnischen Regionen Ostmitteleuropas die Diskussionen um die Kunst, besonders die Architektur bestimmten. Nationalbewußtsein und Streben nach Eigenstaatlichkeit einerseits und das verstärkte Betonen des Deutschtums andererseits stellen ein Spannungsfeld dar, das auch in der Baukunst einen starken Widerhall fand. Dieser Bereich der Kunstgeschichte ist auf deutscher wie polnischer Seite lange Zeit gemieden worden. Die Tagung will einen Beitrag dazu leisten, auch die Diskussion über diese Themen zwischen deutschen und polnischen Wissenschaftlern zu intensivieren.

Weitere Information: Dr. Hanna Nogossek, Herder-Institut, Gisonenweg 5-7, 35037 Marburg, Tel.: 06421/184-146; Fax: 184-139; e-mail: nogossek@mailer.uni-marburg.de
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