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27. Deutscher Orientalistentag vom 28. 9. - 2. 10. 98 in Bonn

17.09.1998 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Vom 28. September bis 2. Oktober 1998 findet in den Räumen der Rheinischen Friedrich- Wilhelms-Universität Bonn der 27. Deutsche Orientalistentag statt. Er wird mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Dieses Treffen der Kultur, Geschichte und Gesellschaft Asiens und Afrikas erforschenden Fachvertreter/innen im deutschsprachigen Raum wird von deren Fachverband, der "Deutschen Morgenländischen Gesellschaft" alle zwei bis drei Jahre veranstaltet. Der diesjährige Deutsche Orientalistentag steht unter dem Generalthema "Norm und Abweichung". Der Kongreß zieht eine wachsende Anzahl ausländischer Teilnehmer insbesondere aus Universitäten Asiens und Afrikas an. In Bonn werden Gäste u.a. aus Ägypten, Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten, Japan, Jordanien, der Mongolei, der Türkei und den Staaten der ehemaligen UdSSR erwartet.

Die Erforschung der Kulturen und Gesellschaften Asiens und Afrikas in Vergangenheit und Gegenwart war bereits lange bevor "Globalisierung" zum Schlagwort wurde eine vordringliche Aufgabe der Geistes- und Sozialwissenschaften. Entwicklungen wie der Zusammenbruch der UdSSR oder die zunehmende politische Instrumentalisierung islamischer Konzepte verdeutlichen, daß ohne intensive und lebendige Forschung in diesem Bereich, ohne fundierte Kenntnis der betreffenden Sprachen, Literaturen, Religionen und historischen Entwicklungen die Universitäten zu eurozentrischen Institutionen würden. Die Beschäftigung mit geographisch und historisch riesigen Räumen, die im Verhältnis zu ihren Aufgaben knappen personellen und institutionellen Ressourcen und die Pflicht, die Öffentlichkeit sachgerecht zu informieren, zwingen die Fächer zu ständiger Neubesinnung und Umstrukturierung.

Die Themen der Einzelvorträge spiegeln den anhaltenden Trend zum Gegenwartsbezug in vielen Fächern wider; in den interdisziplinären Panels zeigt sich besonders die Offenheit gegenüber neuen Methoden sozialwissenschaftlicher Forschung. Die auch in den orientbezogenen Fächern unaufhaltsame Spezialisierung setzt den fächerübergreifenden Deutschen Orientalistentag je länger desto mehr in einen fruchtbaren Wettbewerb mit nationalen und internationalen Kongressen der Einzeldisziplinen.

Besonderes Interesse gilt dem wissenschaftlichen Nachwuchs. In den Vorträgen und Panels kommen immer stärker junge Wissenschaftler/innen zu Wort. Ein eigenes "Junges Forum Nahostwissenschaften" beschäftigt sich in einer Podiumsdiskussion mit dem Thema "Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Lehre und Forschung zum islamischen Kulturraum".

Anmeldungen (Stand September 17, 1998): ca. 585

Sektionen:

Afrikanistik
Arabistik
Christlicher Orient und Byzanz
Indoiranistik und Indogermanistik
Indologie
Islamwissenschaft
Japanologie
Judaistik/Jüdische Studien
Moderner Orient
Oriental. Kunstgeschichte und Archäologie
Semitistik
Sinologie
Südostasien
Turkologie und Osmanistik
Zentralasien

Panels:

"Theoretische Wege zu den Literaturen des Vorderen Orients: Neue Perspektiven und Projekte"
"Zur Geschichte der Orientalistik"
"Fundamentalismus versus Wissenschaft - Zur Identität des Orients in östlichen und westlichen Diskursen"
"Reformbestrebungen einheimischer Eliten im 18. Jahrhundert - Ein interdisziplinäres panel"
"Ryûkyû in der Geschichte Ostasiens, Asiens und der Welt"
"Tradition und Innovation / Norm und Abweichung in der arabistischen und semitistischen Linguistik"

"Libanon"
"Modernisierung und Moderne in iranischen Kulturen"

Das vollständige Tagungsprogramm wird ab 23. September 1998 im Druck vorliegen.


Wissenschaftliche Organisation:
Professor Dr. Stefan Wild, Orientalisches Seminar der Universität Bonn,
Regina-Pacis-Weg 7, 53113 Bonn
Tel. (0228) 737462, Fax: (0228) 735601, e-mail: dot@uni-bonn.de
homepage: http://www.uni-bonn.de/dot

Informationen auch über die Abteilung für Presse und Information der Universität Bonn, Postfach 2220, 53012 Bonn, Tel. 0228-737647, Fax: 0228-737451;
e-mail: carr.presse@uni-bonn.de
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