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2nd International Symposium "Malignant Lymphomas", München, 26.-30.09.1998

17.09.1998 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. (DGHO)

Vom 26.-30. September diskutieren internationale Wissenschaftler in München vielversprechende neue Ansätze in der Therapie bösartiger Lymphome.

Köln/Göttingen, 16.09.1998


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der nachfolgenden Pressemitteilung möchten wir Sie auf das in Kürze beginnende zweite internationale Symposium "Malignant Lymphomas" hinweisen, das vom 26.-30. September 1998 in München unter der Leitung von Prof. Wolfgang Hiddemann, Göttingen (ab 1.10. München) und Prof. Harald Stein, Berlin, stattfinden wird. Auf diesem Symposium werden die aktuellen Ergebnisse aus klinisch orientierter Grundlagenforschung und Therapiestudien von international führenden Gruppen aus Deutschland, Europa und dem außereuropäischen Ausland präsentiert.

Falls Sie Interesse an näheren Informationen haben oder an dem Symposium selber teilnehmen möchten, bieten wir Ihnen eine freie Teilnahme an dieser Veranstaltung an und stehen Ihnen gerne für entsprechende Rückfragen zur Verfügung. Bei der Koordination eventueller Termine unterstützt Sie das Sekretariat des Symposiums (s.u.) in Göttingen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Volker Diehl - Vorsitzender der DGHO
Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann - Chairman


Internationales Symposium: Neue Strategien in der Lymphomtherapie

Im Bereich der malignen Lymphome, d.h. der bösartigen Erkrankungen, die von Zellen des lymphatischen Gewebes ausgehen, sind in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erreicht worden. Diese betreffen zum einen neue Erkenntnisse über die Entstehung dieser Krankheiten, zum anderen aber auch die Entwicklung neuer Therapiekonzepte.

Mit Hilfe moderner Verfahren der Molekular- und Zellbiologie wurden molekulare Veränderungen aufgedeckt, die mit der Ausbildung bösartiger Lymphome einhergehen. Eindrucksvolle Beispiele sind die Umlagerung von chromosomalem Material zwischen den Chromosomen 14 und 18 in Form der sogenannten Translokation t. Dieser Austausch von Chromosomenabschnitten führt dazu, daß ein Gen, das den physiologischen Prozeß des programmierten Zelltodes, die sogenannte Apoptose, reguliert, verstärkt aktiv (exprimiert) wird. Dadurch verlängert sich die Überlebenszeit der Lymphomzellen. Damit ist der Grundstein einer bösartigen Erkrankung gelegt. Bei einer anderen Form von Lymphomen, den sogenannten Mantelzell-Lymphomen, führt ein ähnlicher Austausch von chromosomalem Material zwischen den Chromomen 11 und 14 zur Fehlregulation von Genen, die die Kontrolle und Regulation des Zellzyklus steuern.

Diese Erkenntnisse haben nicht nur dazu beigetragen, die Entstehung, d.h. die Pathogenese dieser Erkrankungen besser zu verstehen, sondern können auch zur Diagnostik spezifischer Lymphomformen beitragen und zur Kontrolle der Therapie verwendet werden. Sie sind auch Ausgangspunkt für neue Behandlungsverfahren, die darauf abzielen, krankhaft veränderte Gene in ihrer Expression zu neutralisieren.

Im Mittelpunkt aktueller Therapiekonzepte maligner Lymphome steht nach wie vor die zytostatische Chemotherapie. Diese wird aller Voraussicht nach auch weiterhin unverzichtbar bleiben und die Grundlage der Therapie darstellen. Sie wird jedoch in zunehmendem Maße ergänzt durch weitere Therapieansätze. Dazu gehört unter u.a. der Einsatz monoklonaler Antikörper, die gegen lymphomspezifische Strukturen gerichtet sind. Mit Hilfe derartiger Moleküle können giftige Substanzen wie Toxine oder Radioisotope gezielt an Lymphomzellen herangetragen werden. Sehr vielversprechend sind zudem einige Antikörper, die auch alleine toxisch auf Lymphomzellen wirken und die bösartige Zellpopulation unmittelbar reduzieren.

Das zweite internationale Lymphom-Symposium, das in München unter der Leitung von Prof. Wolfgang Hiddemann, dem designierten Direktor der Med. Klinik III des Klinikums Großhadern in München und derzeitigen Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie der Universität Göttingen und Prof. Harald Stein, dem Direktor des Institutes für Pathologie der Freien Universität Berlin, stattfindet, ermöglicht einen aktuellen internationalen Austausch der Erkenntnisse zur Entstehung und vor allem zur Therapie der malignen Lymphome. Wesentliche Voraussetzung dieser wissenschaftlichen Veranstaltung sind die langjährigen und erfolgreichen Arbeiten der deutschen Studiengruppen bei malignen Lymphomen einschließlich des Morbus Hodgkin, die dazu geführt haben, daß diese Gruppen eine international führende Rolle einnehmen. Sie sind auch entscheidend an der Entwicklung einer neuen Klassifikation der bösartigen Lymphknotenerkrankungen beteiligt, die gegenwärtig von der WHO vorbereitet wird.

Das diesjährige Symposium schließt sich an eine erste derartige Veranstaltung an, die vor drei Jahren in Berlin stattfand. Während damals noch die Klassifikation und Einordnung der malignen Lymphome im Vordergrund stand, konzentrieren sich die Diskussionen des diesjährigen Symposiums vornehmlich auf aktuelle Ergebnisse therapeutischer Verfahren. Internationale Experten aus Europa und Übersee werden ihre neuesten Ergebnisse vortragen und zur Diskussion stellen. Mit über 400 Teilnehmern aus europäischen und außereuropäischen Ländern ist eine hochrangige wissenschaftliche und klinische Diskussion gewährleistet, die nicht nur einen aktuellen Kenntnisstand vermitteln wird, sondern auch Ausgangspunkt für zukunftsgerichtete neue Therapiestrategien sein wird.

Chaimen des Symposiums:

Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann Zentrum für Innere Medizin
Georg-August Universität Göttingen
Sekretariat des Symposiums:
Tel.: 0551/39-6047 o. -6305; Fax: -2914

Prof. Dr. Harald Stein
Pathologisches Institut
Freie Universität Berlin
Tel.: 030/84 45-2295; Fax: -4473
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