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Alwin-Mittasch-Medaille für zwei Katalyseforscher

12.11.1998 - (idw) DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Professor Helmut Knözinger (Universität München) und Professor Wilhelm Keim (RWTH Aachen) für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Katalyse geehrt

Mit der Alwin-Mittasch-Medaille der DECHEMA werden in diesem Jahr

Prof. Dr. rer. nat. Helmut Knözinger
und
Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. Wilhelm Keim

ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 12. November 1998 im Rahmen eines Sonderkolloquiums über "Neue Aspekte der Katalyseforschung" im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main statt.

Mit der von der BASF gestifteten Alwin-Mittasch-Medaille werden zwei Forscher gewürdigt, die auf verschiedenen Gebieten der Katalyse Herausragendes geleistet haben.

Professor Knözinger zählt weltweit zu den angesehensten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der heterogenen Katalyse. Seine grundlegenden Arbeiten zur Oberflächenchemie katalytisch wirksamer Festkörper führten zu einer wesentlichen Erweiterung des Verständnisses molekularer Vorgänge bei der heterogenen Katalyse und fanden vielfältigen Eingang in die industrielle Praxis der Raffinerie- und Petrochemie.

Professor Keim wird ausgezeichnet für seine richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der homogenen Katalyse in flüssigen Zweiphasensystemen und für entscheidende Beiträge zu deren Realisierung in der industriellen Praxis. Mit seinen Forschungen zu nickelorganischen Katalysatoren entwickelte er die Grundlage des SHOP-Verfahrens (Shell-Higher-Olefin-Process), das die Oligomerisierung von Ethen und höheren Olefinen ermöglicht.

Prof. Dr. rer. nat Helmut Knözinger, Jahrgang 1935, promovierte 1961 nach seinem Physikstudium an der Universität München im Fach Physikalische Chemie und ist seit 1980 Professor am Institut für Physikalische Chemie der Universität München. Im Rahmen seiner Untersuchungen zur Oberflächenchemie des Aluminiumoxids führte er zahlreiche neue experimentelle Methoden in die Katalyseforschung ein, so die gestörte Winkelkorrelations-Spektroskopie, die Raman-Spektroskopie und die Ionenstreuung. Seine Forschungen zu Wasserstoffbrückenbindungen an Aluminium- und Siliciumoxid-Oberflächen führten zur Aufklärung des Mechanismus der Dehydratisierung von Alkoholen.
Weiterhin befaßt sich Professor Knözinger in seinen Arbeiten mit der selektiven Reduktion von Stickoxiden sowie mit der Erforschung und Entwicklung von Mischoxid-Katalysatoren.
Die wissenschaftliche Produktivität Professor Knözingers schlägt sich in über 300 Publikationen, der Beteiligung an mehreren Buchveröffentlichungen und der Tätigkeit als Herausgeber nieder (so z.B. bei dem kürzlich erschienenen Handbook of Heterogenous Catalysis). Er ist Mitglied des Editorial Boards mehrerer renommierter Zeitschriften. Die Anerkennung seiner Arbeit fand ihren Ausdruck in zahlreichen Ehrungen und Gastprofessuren. Professor Knözinger engagiert sich seit vielen Jahren bei der DECHEMA; seit 1996 ist er Vorsitzender der Fachsektion Katalyse.

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. Wilhelm Keim, Jahrgang 1934, studierte Chemie an den Universitäten Münster und Saarbrücken. Seiner Promotion am MPI für Kohleforschung folgte ein Aufenthalt an der Columbia University, N.Y. .Nach nach einer mehrjährigen Tätigkeit bei Shell übernahm er im Jahr 1973 eine ordentliche Professur an der RWTH Aachen, wo er Direktor des Institus für Technische Chemie und Petrolchemie ist. Von 1987 bis 1990 war er Dekan der Mathematisch-Naturwissen-schaftlichen Fakultät.
Seine Forschungen an Organo-Nickelverbindungen ermöglichten nicht nur die Entwicklung des SHOP-Verfahrens, sondern auch die Auf-klärung der zentralen Schritte der Katalyse. Dies lieferte die Basis für die Entwicklung weiterer katalytischer Prozesse, die in der Technik bei der Synthese organischer Verbindungen zum Einsatz kommen. Daneben gehören die katalytische Aktivität von Rhodium- und Palladium-Katalysatoren sowie die Fischer-Tropsch-Synthese und die Fixierung von Kohlendioxid zu den Arbeitsgebieten von Professor Keim.

Die Praxisorientierung der Forschung von Professor Keim belegen neben seinen über 180 Publikationen und Beiträgen zu Büchern 42 Patente. Zahlreiche Auszeichungen sowie die Mitgliedschaft in den Editorial Boards mehrerer renommierter Zeitschriften zeugen von seiner Anerkennung in Fachkreisen. Als Vorstandsmitglied und Stellvertretender Vorsitzender der DECHEMA hat er insbesondere an deren vielfältigen Aktivitäten für die Wissenschaft und die Forschungsförderung entscheidenden Anteil.
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