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Leibniz-Preis für den Augsburger Theologen F. W. Graf

11.12.1998 - (idw) Universität Augsburg

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft heute mitteilt, ist der Augsburger Theologe Prof. Dr. Friedrich Wilhem Graf, seit 1996 Ordinarius für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen an der Philosophischen Fakultät I der Universität Augsburg, einer der zehn diesjährigen Leibniz-Preisträger. Der Preis ist für Graf mit dem Erhalt von Forschungsmitteln in Höhe von DM 1,5 Mio. verbunden. Die DFG vergibt den Leibniz-Preis aus Sondermitteln des Bundes und der Länder in diesem Jahr zum vierzehnten Mal. Nach dem Mathematiker Prof. Dr. Karl-Heinz Hoffmann (1991), ist Graf der zweite Augsburger Wissenschaftler, dem der höchstdotierte deutsche Förderpreis zuteil wird. Er ist zudem der erste Theologe in der Reihe der Leibniz-Preisträger.

Der Hauptausschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG für 1999 bestimmt. Zehn Wissenschaftler werden mit diesem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichnet, der in der Regel drei Millionen DM beträgt. Stärker theoretisch, ohne größeren apparativen Aufwand arbeitende Wissenschaftler erhalten 1,5 Millionen DM. Die Mittel sind für Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von fünf Jahren vorgesehen.

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Beim Einsatz der Mittel wird den Preisträgern größtmögliche Freiheit eingeräumt.

Aus gut 180 Vorschlägen, die unter anderem von wissenschaftlichen Hochschulen, von der Max-Planck-Gesellschaft sowie von bisherigen Preisträgern eingegangen sind, hat der Nominierungsausschuß der DFG vor allem diejenigen ausgewählt, von denen er sich durch zusätzliche Förderung eine besondere Steigerung der wissenschaftlichen Leistungen verspricht.

EINER DER PRODUKTIVSTEN VERTRETER SEINES FACHES IN SEINER GENERATION

Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf (50) studierte Theologie und Geschichte in Wuppertal, Tübingen und München und war nach Promotion und Habilitation Heisenberg-Stipendiat und Fiebiger-Professor. Nach einer C4-Professur in Hamburg lehrt er seit 1996 Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität Augsburg.

"Als Systematiker und Theologiehistoriker gehört Friedrich Wilhelm Graf zu den produktivsten Vertretern seines Faches in seiner Generation", heißt es in der Mitteilung der DFG. "Indem seine Arbeiten theologische Themen mit sozial- und politikgeschichtlichen Perspektiven verbinden, überwinden sie eine bisher vorherrschende geistesgeschichtliche Engführung der Kirchengeschichte und tragen zu einem veränderten Verständnis der Theologie im Zusammenhang der Moderne bei. Die zentrale Figur des Denkens und Forschens von Friedrich Wilhelm Graf ist der Theologe und Kulturphilosoph Ernst Troeltsch, dessen Arbeiten er durch eine Gesamtausgabe neu zu erschließen begonnen hat. Mit Friedrich Wilhelm Graf wird erstmals einem Theologen der Leibniz-Preis zuerkannt."

Die weiteren Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG für 1999 sind:
* Prof. Dr. Ekkard Brinksmeier (46), Fertigungstechnik, Universität Bremen

* Prof. Dr. Bernd Bukau (44), Zellbiologie, Universität Freiburg
* Prof. Dr. Joachim Cuntz (50), Mathematik, Universität Münster
* PD Dr. Alois Fürstner (36), Metallorganische Chemie, MPI für Kohlenforschung, Mülheim/Ruhr
* Prof. Dr. Ulrich Herbert (47), Neuere und Neueste Geschichte, Universität Freiburg
* Prof. Dr. Martin Johannes Lohse (42), Pharmakologie, Universität Würzburg
* Prof. Dr. Volker Mosbrugger (45), Paläontologie, Universität Tübingen
* Prof. Dr. Hans-Christian Pape (42), Neurophysiologie, Universität Magdeburg
* Prof. Dr. Joachim Ullrich (42), Experimentalphysik, Universität Freiburg
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