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Leibniz-Preis zum 2. Mal an einen Forscher der Uni Magdeburg

14.12.1998 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Professor Christian Pape, einer von 10 mit dem höchstdotierten Förderpreis ausgezeichneten Wissenschaftlern

Der Hauptausschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute (Freitag, den 11. Dezember 1998) die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG für 1999 bestimmt. Zehn Wissenschaftler werden mit diesem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichnet. Unter ihnen ist auch Prof. Dr. rer. nat. Hans-Christian Pape, Direktor der Institutes für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Aus gut 180 Vorschlägen, die unter anderem von wissenschaftlichen Hochschulen, von der Max-Planck-Gesellschaft sowie von bisherigen Preisträgern eingegangen sind, wurden die Leibniz-Preisträger 1999 ausgewählt.

Die Auszeichnung von Prof. Dr. Christian Pape stellt natürlich auch eine hohe Ehrung für die Magdeburger Universität dar. Prof. Dr. rer. nat. Ingo Rehberg, Professor für Experimentalphysik an der Magdeburger Universität, wurde Anfang 1998 mit dem Leibniz-Förderpreis ausgezeichnet.

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Die Fördersumme beträgt in der Regel drei Millionen DM. Stärker theoretisch, ohne größeren apparativen Aufwand, arbeitende Wissenschaftler erhalten 1,5 Millionen DM. Die Mittel sind für Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von fünf Jahren vorgesehen. Beim Einsatz der Mittel wird den Preisträgern größtmögliche Freiheit eingeräumt.


Vita: Prof. Dr. Hans-Christian Pape (42)

Nach dem Studium der Biologie in Bochum und der Promotion in Essen war Hans-Christian Pape wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Neurophysiologie bei Professor Eysel. Nach einem längeren Forschungsaufenthalt in den USA habilitierte er sich 1992 in Bochum für das Fach Physiologie. Er erhielt 1993 ein Heisenberg-Stipendium der DFG und ist seit 1994 C4-Professor und Direktor des Instituts für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg.

Die Arbeiten von Hans-Christian Pape betreffen Untersuchungen zur Plastizität des visuellen Systems, die Analyse von intrinsischen Eigenschaften von Neuronen in Cortex, Thalamus und Mandelkern, deren Beeinflussung durch Neuromodulatoren sowie Mechanismen der Rhythmogenese im Nervensystem und die Entwicklung bestimmter Epilepsieformen. Seine Arbeiten haben zum Verständnis der zellulären Grundlagen der Rhythmusgeberfunktion des Thalamus während des Schlaf-Wachzyklus beigetragen. Hans-Christian Papes Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, daß sie sowohl konzeptionell als auch methodisch den verschiedenen Organisationsebenen des Gehirns Rechnung tragen. In der Person von Hans-Christian Pape wird ein Neurophysiologe mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet, dessen wissenschaftliche Konzeption nach Auffassung des Ausschusses wesentliche physiologische und pathophysiologische Erkenntnisse erwarten läßt, die auch zum Verständnis psychiatrischer Erkrankungen beitragen können. Die Forschungsarbeiten des Wissenschaftlers werden mit 3 Mio. DM gefördert.


Die feierliche Verleihung der Preise im Leibniz-Programm für 1999 durch den DFG-Präsidenten Prof. Ernst-Ludwig Winnacker findet in Anwesenheit des Bundespräsidenten am 08. Februar 1999 um 15.00 Uhr in der Aula der Universität Bonn statt.

Hinweis für Redaktionen:
Weitere Informationen zu Projekten von Prof. Dr. Christian Pape finden Sie in der Forschungsdatenbank der Universität unter der Adresse:
http://www.ttz.uni-magdeburg.de/fodb/fdb.htm
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