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Weitere Millionen für Innovationskolleg Magnetofluiddynamik

14.12.1998 - (idw) Technische Universität Dresden

Nun ist es amtlich: Das Innovationskolleg "Magnetofluiddynamik (MFD) elektrisch leitfähiger Flüssigkeiten" wird in den nächsten zwei Jahren über 4 Millionen Mark von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. Dank dieser großzügigen Unterstützung kann ein innovatives Projekt weiter vorangetrieben werden, das auch nach Aussage der von der DFG berufenen Gutachter einen "weißen Fleck" auf der Wissenschaftslandkarte Deutschlands besetzt. Denn die Verbindung von Fluiddynamik und Materialforschung mit elektromagnetischen Kräften, wie sie im Rahmen des Kollegs gepflegt wird, ist hierzulande nahezu einmalig.

Vor drei Jahren an der TU Dresden eingerichtet, ist das Innovationskolleg heute ein Gemeinschaftsprojekt der Institute für Luft- und Raumfahrttechnik sowie Energiemaschinen und Maschinenlabor der Technischen Universität, des Forschungszentrums Rossendorf, des Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung und verschiedener Fraunhofer-Institute. Es vereint nunmehr 14 Teilprojekte, deren Forschungsthemen weit gefächert sind. Sie reichen von der Strömungskontrolle in schwach leitfähigen Fluiden über die Kristallzüchtung bis hin zur Untersuchung von flüssigen Metalloberflächen oder der Selbsterregung des Erdmagnetfelds. Und sie beruhen alle auf dem gleichen Phänomen: der Wechselwirkung zwischen elektromagnetischen Feldern und elektrisch leitfähigen Flüssigkeiten - auch als Magnetofluiddynamik (MFD) bezeichnet.

Grundsätzlich lassen sich alle elektrisch leitenden Fluide - z. B. Metall- und Halbleiterschmelzen oder Elektrolyte wie auch das Meerwasser - mittels elektromagnetischer Felder beeinflussen. Damit kann man Strömungen direkt und ohne mechanische Hilfsmittel verändern. MFD-Phänomene sind deshalb sowohl in der metallurgischen Industrie als auch bei der Entwicklung neuer Legierungen oder Schweißverfahren sowie in der Elektrolytchemie oder Kristallzüchtung gefragt. Aber auch die Schiffbauer zeigen großes Interesse an dieser Thematik: Wenn es z. B. gelänge, die Verwirbelungen des Wassers am Rumpf großer Ozeanschiffe zu dämpfen, würden sich selbst bei geringer Senkung des Fahrtwiderstands beachtliche Einsparungen an Treibstoff ergeben. Und auch die Manövrierfähigkeit ließe sich mit MFD-Methoden beeinflussen. Ebenfalls von großer praktischer Bedeutung sind inzwischen die neu in das Innovationskolleg aufgenommenen Forschungen an magneto-rheologischen Flüssigkeiten. Besonders erfolgversprechend ist deren Einsatz bei der Entwicklung einer neuen Generation von Kupplungen. Dank schnellerer Ansprechbarkeit und geringeren Verschleißes könnten sie die heute üblichen Antriebskupplungen beispielsweise in Lüftern, Aufzügen oder Druckmaschinen bald verdrängen.

Innovationskollegs stellen eine besondere Form der Förderung wissenschaftlicher Projekte durch die DFG in den neuen Bundesländern dar. Sie sollen die interdisziplinäre Forschung unterstützen, das gewonnene Know-how zusammenführen und dessen schnellen Transfer in die Wirtschaft ermöglichen. Insgesamt gibt es rund 20 solcher Kollegs, sechs davon in Sachsen. Die maximale Dauer der Förderung beträgt fünf Jahre. Für die erste Bewilligungsphase von drei Jahren standen z. B. den 6 sächsischen Kollegs insgesamt 23 Mio. DM zur Verfügung, 4,5 Mio. DM allein für des Innovationskolleg MFD. Dass die DFG die folgenden zwei Jahre dieses Kolleg sogar mit einer mehr als 40 % höheren finanziellen Ausstattung versehen hat, läßt auf den Erfolg und die Zukunftsrelevanz der MFD-Forschung schließen.

Sprecher des Innovationskollegs MFD: Professor Roger Grundmann, Institut für Luft- und Raumfahrttechnik

01062 Dresden;
Telefon (03 51) 4 63-80 86, Fax (03 51) 4 63-80 87
E-mail: grundman@tfd.mw.tu-dresden.de
Weitere Informationen sind auch auf der WWW-Seite des ILR verfügbar: http://www.tu-dresden.de/mwilr
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