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Modellversuch "Schülerinnen und Schüler an der Universität":

15.12.1998 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 140 / 15. Dezember 1998 / sho


Modellversuch "Schülerinnen und Schüler an der Universität":
Informatik zum Kennenlernen


Von Technikfeindlichkeit kann bei jungen Menschen keine Rede sein: 33 Schülerinnen und Schüler der 12. und 13. Jahrgangsstufe aus Karlsruhe und Umgebung nehmen im laufenden Wintersemester neben ihrem Unterricht an der Informatik I-Vorlesung an der Universität Karlsruhe teil, und zwar im Rahmen eines Modellversuchs der Fakultät für Informatik und des Oberschulamtes Karlsruhe. Sie gehen mit Feuereifer an die Arbeit, und die Leistungen sind beachtlich. So haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, am Semesterende eine Prüfung abzulegen, die in einem späteren Informatikstudium anerkannt wird.

Die Teilnehmer kommen vom Bismarck-Gymnasium, Kant-Gymnasium, Humboldt-Gymnasium, Helmholtz-Gymnasium, Otto-Hahn-Gymnasium, Fichte-Gymnasium, von der Friedrich-List-Schule und der Carl-Engler-Schule in Karlsruhe sowie vom Eichendorff-Gymnasium in Ettlingen, Melanchton-Gymnasium in Bretten, Thomas-Mann-Gymnasium in Stutensee, vom Gymnasium Karlsbad, dem Ludwig-Wilhelm-Gymnasium und dem Tulla-Gymnasium in Rastatt.

Die Gymnasien zeigten sich sehr kooperativ, mußten sie doch bei ihrer Stundenplangestaltung auf die Termine an der Universität Rücksicht nehmen. Das Miteinander von Schule und Universität wird den Schülerinnen und Schülern durch die engagierte Betreuung von seiten der Diplom-Informatikerin Barbara Unger von der Fakultät für Informatik und von Studiendirektor Michael Pohlig vom Fichte-Gymnasium in Karlsruhe erleichtert. Nach Auskunft von Prof. Dr. Walter Tichy, der die Informatik I-Veranstaltung hält, nehmen die Schülerinnen und Schüler mit sehr gutem Erfolg teil. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, daß trotz erheblicher Unterrichtsbelastung für motivierte Schüler die Bereitschaft besteht, neue Wege zu gehen.

Hier einige Schülerstimmen: Tobias Lehr von der Friedrich-List-Schule findet es sehr angenehm, daß jeder, vom einzelnen Studenten bis zum Professor, per E-mail erreichbar ist. Andreas Ritschel vom Humboldt-Gymnasium meint, daß ein Schritt in die richtige Richtung unternommen wurde, um individuelle Fähigkeiten früh zu erkennen und zu fördern. Er hofft, daß das Projekt oft wiederholt wird, und regt an, daß auch andere Fakultäten ein solches Projekt in ähnlicher Form anbieten. Tim Schuppener aus der 12. Jahrgangsstufe des Kant-Gymnasiums findet das Klima an der Fakultät für Informatik der Universität Karlsruhe einfach brilliant und betont seine hohe Motivation in der Informatik I-Veranstaltung. Er macht sich bereits Sorgen um sein 13. Schuljahr, wenn er den Modellversuch beendet hat und trotzdem gerne noch parallel zur Schule weiter studieren möchte. Denn außerhalb der Universität sieht er nur begrenzte Möglichkeiten, seine Fähigkeiten in Informatik zu verbessern.

Leicht neidisch schauen die Studierenden, die ebenfalls mit der Informatik I angefangen haben, auf die Schüler - zu ihrer Schulzeit hatten sie nicht die Möglichkeit des vorzeitigen Studiums. Der Informatikstudent Stefan Gaa meinte dazu, daß die Schüler einen großen Vorteil haben, wenn sie nach dem Abitur mit dem Informatikstudium anfangen, denn sie haben nicht nur bereits Prüfungsleistungen erworben, sondern wissen auch, wie der Universitätsbetrieb läuft.

Für die Fakultät für Informatik ist es nach Aussage ihres Dekans, Prof. Dr. Detlef Schmid, ein wichtiges Anliegen, sich nicht nur auf die universitäre Ausbildung zu beschränken, sondern durch vielfältige Kontakte zu Schulen den Schülerinnen und Schülern den Übergang an die Universität zu erleichtern. Das Projekt "Schülerinnen und Schüler an der Universität" wird in enger Zusammenarbeit von Prof. Dr. Theo Ungerer von der Fakultät für Informatik und Regierungsschuldirektor Wolfgang Buhmann vom Oberschulamt Karlsruhe durch zahlreiche weitere Aktivitäten ergänzt. Dazu gehören Informationsveranstaltun-gen zur Informatik, die von Professoren der Informatik-Fakultät an Schulen gehalten werden, ein viersemestriges Kontaktstudium und eine eigene Vorlesungsreihe für Informatiklehrerinnen und -lehrer.

Durch das Projekt "Lehrer an das Internet" des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe erhielten über 2.000 Lehrerinnen und Lehrer in den vergangenen drei Jahren die Möglichkeit, sich mit dem Internet vertraut zu machen und sich in eigenen "Newsgroups" zu organisieren.


Diese Presseinformation ist auch im Internet unter folgender Adresse abrufbar:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi140.html
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