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Vortragsreihe des Deutschen Seminars der Albert-Ludwigs-Universität zu Goethes 250. Geburtstag

15.12.1998 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

"Bruchstücke einer großen Konfession"

Vortragsreihe des Deutschen Seminars der
Albert-Ludwigs-Universität zu Goethes 250. Geburtstag

Johann Wolfgang Goethe, kaum ein anderer Name wird in der neueren deutschen Literaturgeschichte gleich für eine ganze Epoche in Anspruch genommen: Goethe der "Stürmer und Dränger", Goethe der "Klassiker", Goethe der Dichterfürst. Anläßlich der Wiederkehr seines 250. Geburtstags in diesem Jahr veranstaltet das Institut für Neuere Deutsche Literatur am Deutschen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eine Vortragsreihe zu Leben und Werk dieses Dichters. Alle Vorträge werden von Germanisten der Freiburger Universität bestritten und finden jeweils um 20.15 Uhr im Raum 1010 im Kollegiengebäude I der Albert-Ludwigs-Universität am Werthmannplatz statt. Die Reihe im Überblick:

Dienstag, den 12. Januar 1999
Professor Dr. Günter Saße: Woran leidet Werther?
Werthers hochgespannter Subjektivismus blockiert jede Einfügung, weder Natur und Gesellschaft noch die Liebe sind ihm Orte dauerhaften Glücks. Überall leidet er, am stärksten in der Liebe, doch nicht primär aufgrund gesellschaftlicher Zwänge, sondern weil ihn der Zwiespalt zwischen idealistischer Schwärmerei und sinnlichem Begehren zerreißt.

Dienstag, den 19. Januar 1999
Professor Dr. Werner Schwan: Hatte Wilhelm Meister eine "Sendung"?
Wilhelm Meisters Lehrjahre gelten als exemplarischer Bildungsroman, aber das Werk hat Bruchstellen, seine Botschaft ist unklar. Eindeutiger, geschlossener und frischer erzählt ist dagegen der Vorläuferroman, die Theatralische Sendung.

Dienstag, den 26. Janauar 1999
Professor Dr. Carl Pietzcker: "Und doch welch Glück, geliebt zu werden, Und lieben, Götter, welch ein Glück!" Goethes Liebeslyrik.
Liebesgedichte Goethes können auch heute noch faszinieren. Einige von ihnen, die bis zu sieben Jahrzehnte auseinanderliegen, sollen vorgestellt und interpretiert werden.

Donerstag, den 28. Januar 1999
Privatdozent Dr. Thomas Böning: "Jetzt seh' ich, jetzt genieß' ich erst", oder: Wie man findet, was man sucht. Goethes Italienische Reise.
Goethe hat sein Italien-Erlebnis unter der Formel der Wiedergeburt gefaßt: Das Land habe ihm die Augen geöffnet. Der Vortrag will der Frage nachgehen, was und damit wie Goethe in Italien gesehen hat.

Dienstag, den 2. Februar 1999
Professor Dr. Uwe Pörksen: Form als Erkenntnismittel. Über Goethes naturwissenschaftliche Sprache
Goethe hat die Sprache nur selten und eher beiläufig zum Thema gemacht. In den naturwissenschaftlichen Studien allerdings, aus erkenntnispraktischem Anlaß, äußert er sich eingehend über dies sein Handwerkszeug. Dabei zeigt sich, daß er in der Sprache, in der Form ihres Gebrauchs, ein entscheidendes Mittel der Erkenntnisförderung und Erkenntnisbehinderung sieht.

Donnerstag, den 4. Februar 1999
Privatdozentin Dr. Claudia Liebrand: "Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan". Gretchen und ihre Schwestern
Goethe entwirft an der Schwelle der bürgerlichen Moderne in seinen Texten eine Geschlechtersemantik, die für die Literatur und das 'kulturelle Meinungssystem' des 19. und noch des 20. Jahrhunderts maßgeblich war. Wie stellen sich die Goetheschen Weiblichkeitsrepräsentationen aus der Perspektive der gender studies dar?

Dienstag, den 9. Februar 1999

Professor Dr. Jochen Schmidt: Mephisto
Der Teufel hatte schon im 18. Jahrhundert, so Lessing, "jeden Kredit eingebüßt". Goethe läßt den Teufel säkularisiert wiederauferstehen - als Fausts anderes Ich, als psychische Dissoziation und als Inbegriff radikalisierter Aufklärung, als nihilistische Ausgeburt der Melancholie.


Kontakt:
Prof. Dr. Günter Saße
Deutsches Seminar
Institut für Neuere Deutsche Literatur
Werthmannplatz
79085 Freiburg
Tel. 0761/203-3275/6
Fax 0761/203-3355
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