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Medizininformatiker aus Braunschweig in Chicago erfolgreich

15.12.1998 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Einer der international größten und bedeutendsten medizinischen Kongresse findet jährlich in Chicago statt. Bei dem jüngsten Expertentreffen der RSNA (Radiological Society of North America), das immerhin 60.000 Teilnehmer aus 90 Ländern zusammenführte, wurden jetzt gleich zwei Entwicklungen des Instituts für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig ausgezeichnet.

Einer der international größten und bedeutendsten medizinischen Kongresse findet jährlich in Chicago statt. Bei dem jüngsten Expertentreffen, das immerhin 60.000 Teilnehmer aus 90 Ländern zusammenführte, wurden jetzt gleich zwei Systeme des Instituts für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig unter Leitung von Prof. Dietrich Peter Pretschner ausgezeichnet.

Eine besonders richtungweisende und zukunftträchtige Einrichtung innerhalb des Kongresses ist das Computerforum infoRAD. Hier wurden in diesem Jahr 134 Anwendungen aus dem Bereich der Medizininformatik vorgestellt. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die zur Präsentation ausgewählten Systeme: Allein die Möglichkeit, eine eigene Entwicklung in diesem Rahmen zeigen zu können, gilt in Fachkreisen als Ehre. Das Braunschweiger Institut war mit gleich drei Projekten vertreten.

Höhepunkt für die Braunschweiger: Zwei ihrer Projekte wurden von einer Expertenjury zusätzlich mit Preisen prämiert. Ihr System zur Optimierung von echokardiographischen (also Ultraschall-) Untersuchungen erhielt eine von nur vier Auszeichnungen "in Silber". Dabei werden die zweidimensionalen Schnittbilder, die das Ultraschallgerät liefert, durch virtuelle, dreidimensionale Bilder der entsprechenden Organe ergänzt.

Ein zweites System widmet sich dem "Operieren am Bildschirm". Exemplarisch wird dabei die Durchtrennung eines Eileiters, also ein sogenannter minimal-invasiver chirurgischer Eingriff, am Computer nachgestellt. Erstmals konnte dabei die Elastizität des menschlichen Gewebes mit in die Simulation eingebunden werden. Die virtuelle Operation wird dadurch erheblich realistischer gestaltet. Das Modell, das in Kooperation mit der Frauenklinik Celler Straße in Braunschweig unter Leitung von Prof. Dr. med. Gerhard Grospietsch entwickelt wurde, erhielt in Chicago einen Bronzepreis.

Zuvor waren die Exponate mit jeweils 800 Dollar durch den "RSNA Research & Education Fund" unterstützt worden, eine Stiftung der Gesellschaft für Radiologie in Nordamerika (Radiological Society of North America, RSNA). Mit der Summe wird besonders förderungswürdigen Projekten die Teilnahme an der Ausstellung erleichtert - eine amerikanische Besonderheit, die, so Prof. Pretschner, auch hierzulande empfehlenswert wäre, um innovative Entwicklungen voranzubringen.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. med. Dietrich Peter Pretschner,
Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig, Tel.: 0531/391-9501.
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