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Neues Zentrum für Knochenmarktransplantationen in Münster eröffnet

17.12.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Nach dreieinhalbjähriger Bauphase wurde das Zentrum für Knochenmarktransplantation (KMT- Zentrum) am Universitätsklinikum Münster am Donnerstag, 17. Dezember 1998, offiziell eröffnet. Mit dem münsterschen KMT-Zentrum verfügt die Region über eines der modernsten Zentren dieser Art in Europa.

Kernstück des Neubaus, dessen reine Baukosten bei rund 18,7 Millionen Mark liegen, ist eine Bettenstation mit zehn Einzelzimmern, die dank aufwendiger Lüftungstechnik ein Höchstmaß an Keimfreiheit zur Behandlung der stark abwehrgeschwächten Transplantationspaitenten gewährleisten. Zu jeder Behandlungseinheit gehört ein Pflegevorraum, der gleichzeitig als Schleuse dient. Trotz hochtechnisierter Ausstattung, die alle Möglichkeiten einer intensivmedizinischen Betreuung bietet, braucht der Patient nicht auf den Komfort eines modernen Krankenzimmers mit eigenem Bad und Multimediaanlage zu verzichten.

Selbst während der Isolationsphase unmittelbar nach der Transplantation werden die Patienten Besuch von Angehörigen am Krankenbett empfangen können. Familienangehörige als Partner in das medizinische Behandlungskonzept einbinden zu können, war eine der planerischen Vorgaben. Wie das gesamte medizinische Personal werden Besucher zum Infektionsschutz der Patienten spezielle Bereichskleidung in eigens hierfür vorgesehenen Schleusenräumen anlegen. Patienten und Angehörige können sich in Seminaren mit den notwendigen Verhaltensregeln und Wissenswertem über die Knochenmarktransplantation vertraut machen. Zum Zentrum gehört darüber hinaus ein Ambulanzbereich mit tagesklinischen Einrichtungen zur Vor- und Nachbehandlung der Transplantationspatienten.

Zu den aufwendigsten Einrichtungen des Neubaus zählt zweifellos der Labortrakt mit bislang in NRW einmaligen Reinraum- und Sicherheitslabors, die eine auf die individuellen Erfordernisse zugeschnittene Verarbeitung der Knochenmark- und Blutstammzellen erlauben. Hier sind alle Voraussetzungen gegeben, zukünftige Entwicklungen bis hin zur gentherapeutischen Manipulation der Knochenmarkstammzellen zu realisieren.

Die Ausstattung der Versorgungsbereiche und Labore auf höchstem internationalem Standard war nur durch zusätzliche Investitionen des Landes, durch erhebliche Personal- und Sachmittel der Deutschen Krebshilfe sowie großzügige Unterstützung durch Spenden der Münsteraner Bürgerschaft und namentlich des Freundeskreises Knochenmarktransplantation Münster e.V. möglich.

Unter gemeinsamer Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Berdel, Direktor der Medizinischen Klinik A (Erwachsenenonkologie) und Prof. Dr. Heribert Jürgens, Direktor der Klinik für Kinderonkologie der Universität Münster, können in dem neuen Zentrum bis zu 120 Knochenmark- beziehungsweise Blutstammzell-Transplantationen pro Jahr durchgeführt werden. Voraussetzung ist allerdings, daß die bestehenden Bettenkapazitäten zur Vor- und Nachbehandlung der Transplantationspatienten in den kooperierenden Kliniken erhalten bleiben. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, Wartezeiten auf Transplantationen zu verkürzen und den im europäischen Vergleich noch immer bestehenden Nachholbedarf an Transplantationskapazitäten abzubauen.

Einen Tag nach der Eröffnung wird sich das neue Zentrum am Freitag, 18. Dezember 1998, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr der interessierten Öffentlichkeit vorstellen. An diesem "Tag der offenen Tür" werden die Mediziner über Ablauf und technische Details einer Knochenmarktransplantation informieren. Es besteht Gelegenheit zur Besichtigung des Klinikneubaus. Verbunden wird dieser Anlaß mit einer großangelegten Knochenmark- und Blutspendeaktion in Zusammenarbeit mit dem Institut für Transfusionsmedizin der Universität Münster, der Landesarbeitsgemeinschaft Knochenmarkspende-Register NRW und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Alle gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren können sich als Knochenmarkspender registrieren und ihr Blut typisieren lassen.

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